GfK-Konsumklima steigt erneut: Die Deutschen kaufen weiter fleißig ein

  • Während die Weltwirtschaft schwächelt, entwickelt sich der Binnenkonsum zur Stütze der Wirtschaft.
  • Der GfK-Konsumklimaindex ist erneut gestiegen.
  • Das liegt auch daran, dass viele Bundesbürger wieder optimistischer in die Zukunft blicken – und offenbar keine Rezession erwarten.
Thomas Magenheim
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Vor allem für den Handel, aber auch für die Binnenkonjunktur sind es gute Nachrichten im gerade beginnenden Weihnachtsgeschäft. Die Konsumklimaforscher der Nürnberger Gfk-Gruppe heben ihren viel beachteten Index für die Konsumlaune der Deutschen für den Monat Dezember im Vormonatsvergleich jedenfalls leicht von 9,6 auf 9,7 Punkte an. „Der private Verbrauch wird damit seiner Rolle als wichtige Stütze der Konjunktur voll und ganz gerecht“, kommentiert Gfk-Experte Rolf Bürkl die Ergebnisse einer aktuellen Verbraucherumfrage. Schon im dritten Quartal habe die Konsumlaune der Deutschen maßgeblich dazu beigetragen, dass die heimische Wirtschaft nicht in eine Rezession abgerutscht ist. Im Blick nach vorn macht Gfk nun vor allem dem Handel Hoffnungen.

Optimistische Konjunkturprognose

Für eine Reihe von Branchen wie Spielwaren oder Unterhaltungselektronik sei die jetzige Vorweihnachtszeit die umsatzstärkste und damit entscheidende des Jahres. „Darauf kann der Handel mit einer gehörigen Portion Optimismus blicken“, findet Bürkl. Gfk misst für ihren Konsumklimaindex drei Komponenten. Mit den Konjunktur- und Einkommenserwartungen sind zwei davon jetzt spürbar gestiegen.

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Das gilt vor allem für die Einschätzungen der Verbraucher hinsichtlich der Konjunktur, die nun um 15,5 auf 1,7 Punkte zugelegt hat und damit wieder über der Nulllinie liegt, die als langjähriger Durchschnittswert gilt. Im Sog dessen ist auch die Einkommenserwartung um 6,5 auf 45,5 Zähler gestiegen. Abwärtstrends aus Vormonaten sind damit zumindest vorerst gestoppt, sagt Bürkl. Er begründet das mit der vorsichtigen Entspannung im für eine Exportnation wie Deutschland prekären Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie einem absehbaren Ende aller Brexit-Unsicherheiten.

Schlecht für Sparer, gut für den Konsum

Eine hier zu Lande anhaltend gute Beschäftigungslage sorge für Einkommensoptimismus, der auch auf Rentner wegen deren steigenden Bezügen durchschlägt, betont Gfk. Rückenwind komme zudem von der zuletzt wieder auf 1,1 Prozent gesunkenen Inflationsrate. Das stärke die Kaufkraft von Verbrauchern. Was schlecht für Sparer ist, kurble zudem den Konsum an, sagen die Forscher mit Blick auf den Dauerniedrigzins, der nun sogar ins Negative kippt. Strafzinsen würden Privatanleger verstärkt in den Konsum treiben statt Geld auf die hohe Kante zu legen.

Dennoch ist die Anschaffungsneigung der Deutschen als dritte Komponente im Gfk-Konsumklimaindex leicht um 1,7 auf 50 Punkte gesunken. Historisch sei das aber weiterhin ein sehr hohes Niveau, betont Bürkl. Unter dem Strich stehe aktuell ein leichtes Aufhellen der Verbraucherstimmung in Deutschland. Das jetzige Niveau des Konsumklimas sei sehr zufriedenstellend.

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