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Lieferdienst Getnow ist pleite: Geprellte Kunden beschweren sich

  • Waren werden nicht mehr ausgeliefert, bereits gezahltes Geld ist weg: Kunden des insolventen Lebensmittellieferdienstes Getnow sind empört.
  • Die Pleite ist eng mit der Insolvenz von Wirecard verknüpft.
  • Der flüchtige ehemalige Wirecard-Chef Jan Marsalek hatte Millionen in das Unternehmen investiert.
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Die Internetseite des Lebensmittellieferdiensts Getnow ist seit Tagen offline. Offiziell wegen Wartungsarbeiten – dabei ist längst bekannt, dass das Start-up Insolvenz angemeldet hat. Der vorläufige Insolvenzverwalter Max Liebig suche nun nach Investoren für die Fortführung des Betriebs mit insgesamt über 130 Mitarbeitern an sieben Standorten in Deutschland, heißt es in einer Pressemitteilung.

Wirecard-Chef investierte Millionen

Demnach sei die Insolvenz auf eine gescheiterte Finanzierungsrunde zurückzuführen. Das Ganze steht wohl in Zusammenhang mit der Pleite des Finanzdienstleisters Wirecard: So soll der flüchtige ehemalige Wirecard-Chef Jan Marsalek über die Beteiligungsgesellschaft IMS Capital in Getnow investiert haben. Wo die Millionen dafür herkamen, ist bisher ungewiss, der Vorwurf der Geldwäsche steht im Raum.

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Getnow gehörte zu den aufstrebenden Unternehmen im Bereich der Lebensmittellieferdienste. 121 Städte und Gemeinden zählten laut eigenen Angaben zum Liefergebiet, darunter München, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Essen und Hannover. Die Waren bezog Getnow vom Großhandelsmarkt Metro und brachte sie den Kunden dann bis an die Haustür.

Boomendes Geschäft in der Corona-Krise

Das Unternehmen war ein Profiteur der Corona-Krise. Während des Lockdowns im Frühjahr gingen so viele neue Bestellungen ein, dass die Lieferwagen zwei Wochen im Voraus ausgebucht waren. Daraufhin hatte Getnow massiv in die Infrastruktur investiert und seine Mitarbeiterzahl um 40 Prozent erhöht.

Bestellungen wurden storniert, Geld ist weg

Nun beschweren sich viele Kunden bei Facebook, sie hätten in den vergangenen Tagen eine E-Mail erhalten, dass ihre Bestellung „aufgrund einer technischen Störung“ storniert worden sei. Leider sei auch eine Nachlieferung nicht möglich.

Einige berichten auch davon, dass sie im Voraus bezahlt hätten und das Geld nicht zurückerstattet worden sei. Nachdem der Insolvenzantrag gestellt wurde, ist das auch nicht mehr möglich – die Gelder sind nun Teil der Insolvenzmasse.

Wenig Hoffnung auf Rückzahlung

Geprellte Kunden können ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter geltend machen. Die Verbraucherzentralen machen ihnen aber wenig Hoffnung: Die Erfahrungen zeigten, dass Kunden nur einen sehr bescheidenen Anteil erwarten könnten, heißt es in einem Beitrag zum Thema Verbraucherrechte bei Firmeninsolvenzen.

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