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  • Geschenke umtauschen nach Weihnachten: Das gilt bei Umtauschfristen und geschlossenen Geschäften in Corona-Zeiten

Weihnachtsgeschenke trotz Lockdown umtauschen? Diese Regeln sollten Sie beachten

  • Wenn das Weihnachtsgeschenk ein Flop war, ist ein Umtausch meist die letzte Rettung.
  • Doch das könnte sich im Lockdown als schwierig erweisen, wenn die Geschäfte geschlossen sind.
  • Ein Umtausch ist im Laden grundsätzlich nur aus Kulanz nach dem Lockdown noch möglich – und wenn eine längere Frist gewährt wurde.
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Zu hässlich, zu groß, zu langweilig: Nicht jedes Weihnachtsgeschenk kommt gut an. Beschenkte haben in solchen Fällen die Qual der Wahl: ein schönes Lächeln vortäuschen und behalten oder dem Schenker sagen, dass die gut gemeinte Gabe nicht ganz ihren Geschmack trifft. Entscheidet man sich für Letzteres, ist der erste Instinkt des Käufers häufig, das Geschenk noch umzutauschen. Aber ist das im Lockdown überhaupt möglich, wenn das Geschäft derzeit geschlossen ist, in dem das Präsent gekauft wurde?

Können Geschenke im Geschäft umgetauscht werden?

Grundsätzlich gilt: Der Händler ist bei einwandfreier Ware nicht zum Umtausch verpflichtet. Nur wenn das Produkt mangelhaft ist, haben Käufer einen gesetzlichen Anspruch auf Ersatz. Viele Händler sind jedoch auch bei nicht mangelhafter Ware kulant und kommen ihren Kunden entgegen, informiert der Handelsverband Deutschland (HDE). Daher rät der HDE, mit Verkäufern über Möglichkeiten und Ablauf eines Umtausches zu sprechen. Gerade aufgrund der besonderen Lage im Lockdown zeigten sich Händler sehr kulant, um ihre Kunden nicht zu enttäuschen. Bei manchen Geschäften wird schon beim Kauf beispielsweise ein 30-tägiges Rückgaberecht gewährt. Dabei ist es aber dem Händler überlassen, ob er das Geld zurückerstattet oder etwa einen Gutschein ausstellt.

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Mangelhafte Ware: Was gilt beim Umtausch?

Ist die Ware mangelhaft, gilt ein zweijähriges Gewährleistungsrecht. Voraussetzung ist jedoch, dass der Mangel bereits beim Kauf bestanden hat. Für die Beseitigung des Mangels ist dann der Händler zuständig, der das Recht hat, die Ware zu reparieren oder einen Ersatz ohne Mängel zu liefern, betonen die Verbraucherzentralen. Wichtig: Käufer sollten sich niemals abwimmeln oder an den Hersteller verweisen lassen, wie Peter Schröder, Rechtsexperte beim HDE, sagt. Wenn das Produkt nach dem Umtausch oder dem zweiten Reparaturversuch immer noch einen Mangel aufweist, haben Verbraucher zwei Optionen. Sie können endgültig vom Kaufvertrag zurücktreten und ihr Geld zurückverlangen. Oder sie behalten die mangelhafte Ware – und reduzieren dafür den Kaufpreis.

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Ist der Umtausch von Weihnachtsgeschenken auch nach dem Lockdown möglich?

Noch mindestens bis zum 10. Januar müssen sich Verbraucher gedulden, bis sie sich ins Geschäft begeben können, um das ungeliebte Weihnachtsgeschenk umzutauschen – oder es zumindest versuchen. Wenn das freiwillige Rückgaberecht beim Händler bis dahin abläuft, könnte es jedoch eng werden. Viele Läden haben zwar schon auf den Lockdown reagiert und die Umtauschfrist beispielsweise auf insgesamt 100 Tage verlängert, jedoch trifft das nicht auf alle Läden zu. Wenn man von seinem Umtauschrecht wegen des Lockdowns keinen Gebrauch machen konnte, dann müsse der Vertrag angepasst werden und das Umtauschrecht an den Lockdown drangehängt werden, sagte hingegen Nicole Mutschke, Anwältin für Verbraucherrecht „RTL“. Daher kann es sich für Verbraucher lohnen, ihr Glück nach dem Lockdown im Geschäft zu versuchen und auf Kulanz des Händlers zu hoffen.

Onlineshops: Wann gilt das 14-Tage-Widerrufsrecht?

Wer online shoppt, hat in der Regel ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Verbraucher können innerhalb dieses Zeitfensters die Ware zurückschicken und bekommen ihr Geld zurückerstattet – und zwar unabhängig von dem Grund, so Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. In diesen 14 Tagen sind nicht nur Werktage mit inbegriffen. Den Ausgabebeleg von der Post oder dem Paketdienst sollte man gut aufbewahren, um im Notfall beweisen zu können, dass man die Ware fristgerecht abgeschickt hat. Viele Anbieter übernehmen die Portokosten für die Retoure, jedoch können sie sie auch dem Kunden auferlegen.

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Doch auch beim Widerrufsrecht gibt es Ausnahmen. Beispielsweise ist personalisierte Ware ausgeschlossen. Auch aus hygienischen Gründen – etwa bei Zahnbürsten oder Rasierern, die nicht mehr original verpackt sind – greift das Widerrufsrecht bei gewissen Produkten nicht.

Kann man Geschenke auch ohne Kassenbon umtauschen?

Aus Scham, dem Schenker zu beichten, dass das Geschenk leider ein Flop war, erscheint es Beschenkten deutlich angenehmer, das Geschenk heimlich selbst umzutauschen. Das Problem: Für den Umtausch wird ein Beleg benötigt, ansonsten können Händler die Rücknahme verweigern. Daher wird es kaum möglich sein, das Geschenk ohne Beleg umzutauschen. Doch was passiert, wenn der Schenker den Kassenbon verloren hat? Dann reicht es, wenn man einen Nachweis wie einen Kontoauszug vorlegt, auf dem die Abbuchung vermerkt ist, informiert Stiftung Warentest.

RND/bk/dpa

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