Generation Z: Der Nachwuchs blickt der Digitalisierung gelassen entgegen

  • Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hat mehr als 2000 Studenten zur Digitalisierung in der Wirtschaft befragt.
  • Die Mehrheit der Befragten begreift die Digitalisierung vor allem als Chance für Deutschland.
  • Gut ein Drittel der Studenten glaubt, dass in großem Stil Jobs verloren gehen könnten.
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Die sogenannte Generation Z drängt in die Unternehmen. Das kann die Digitalisierung in der Wirtschaft beschleunigen. 91 Prozent der Studierenden sehen in künstlicher Intelligenz und anderen Anwendungen avancierter Informationstechnik eine Chance für Deutschland.

Zugleich ist ein klare Mehrheit davon überzeugt, dass die Corona-Pandemie das Tempo der Digitalisierung beschleunigen wird. Dies geht aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt. Befragt wurden mehr als 2000 Studentinnen und Studenten.

Mehrheit der Befragten macht Digitalisierung Mut

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58 Prozent können sich demnach vorstellen, bei ihrer künftigen Tätigkeit überwiegend im Homeoffice zu arbeiten. Aber ein fast genauso großer Anteil lehnt Praktika ab, die überwiegend zu Hause und mittels Videokonferenzen organisiert werden.

Mehr als zwei Drittel sagen, dass die Digitalisierung ihnen Mut mache. „Inzwischen rücken die ersten Vertreter der sogenannten Generation Z aus den Universitäten in die Unternehmen nach“, erläutert Oliver Simon, Leiter der Personalabteilung von EY für den deutschsprachigen Raum.

Digitalisierung kann Arbeit erleichtern

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Es sei die erste Generation, die ganz selbstverständlich mit Smartphone und sozialen Medien aufgewachsen ist. Simon betont aber zugleich, dass am Anfang der Berufslaufbahn der persönliche Kontakt zu Kollegen und Vorgesetzten ausgesprochen wichtig sei.

„Nur dadurch entwickeln Mitarbeitende ein Gefühl der Zugehörigkeit zum Unternehmen und können sich mit dessen Kultur identifizieren.“ Für Markus Heinen, Leiter Personaldienstleistungen bei EY, ist klar, dass die Digitalisierung Beschäftigten „repetitive Aufgaben“ abnehmen kann. Sie könnten sich dann auf kreative Prozesse konzentrieren. Kreativität entstehe jedoch oft dort, wo Menschen interagieren.

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Nur die Hälfte der Studentinnen erwartet positive Berufslaufbahn

Der Arbeitsmarkt wird aus Sicht der Studentinnen und Studenten künftig neue Fähigkeiten erfordern: 79 Prozent gehen davon aus, dass sich viele Berufsbilder stark verändern. Dies wird laut Studie jedoch positiv bewertet: Zwar glaubt gut ein Drittel, dass in großem Stil Jobs verloren gehen werden. Zugleich erwartet eine Mehrheit aber auch, dass neue Jobs entstehen.

Vor allem die IT-Branche beklagt, dass moderne Lösungen und Anwendungen aus der Informationstechnik zu zögerlich in den Unternehmen umgesetzt werden. Doch das könnte sich nach Ansicht von Heinen bald ändern: „Möglicherweise sind die jungen Berufsanfänger, die jetzt aus den Universitäten kommen, noch ein wichtiges Puzzlestück für die erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung. Sie kennen sich mit den Technologien aus, manche haben Programmiererfahrung, und sie sind es gewohnt, agiler zu arbeiten.“

Allerdings: Die Bewertung der neuen Arbeitswelten fällt sehr unterschiedlich aus: Während knapp zwei Drittel der Männer Positives für ihre berufliche Laufbahn erwarten, rechnet lediglich die Hälfte der Frauen damit. Gleichzeitig sagen 17 Prozent der weiblichen Befragten, dass ihnen die Digitalisierung Angst macht – der Anteil bei den Studenten beträgt nur 9 Prozent.

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