Geld sparen in der Corona-Krise: Mit diesen Tricks haushalten Sie richtig

  • In der Corona-Krise müssen viele Menschen mit finanziellen Unsicherheiten kämpfen – und wollen daher jetzt sparsamer leben.
  • Wer alltägliche Fehler im Haushalt vermeidet, kann schon jetzt Strom und Wasser sparen.
  • Mit einem Wochenplan und Spar-Apps kann auch der Einkauf wesentlich günstiger werden.
Ben Kendal
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Hannover. Kurzarbeit, Jobverlust und viele Unsicherheiten: Bereits jetzt – und vermutlich auch nach der Corona-Krise – werden viele Menschen in Deutschland mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Aus Angst, die Miete oder die Stromrechnung bald nicht mehr zahlen zu können, möchten viele in der Corona-Zeit sparsamer leben. Was sie dabei oft übersehen: Im Alltag sammeln sich ganz unbemerkt vermeidbare Kosten an – sei es bei Wasser, Strom oder Lebensmitteln.

Wie kann ich mehr Strom sparen?

Menschen verbringen nun mehr Zeit zu Hause oder müssen teilweise auch in den eigenen vier Wänden arbeiten. Dabei wird meist wesentlich mehr Strom und Wasser verbraucht als vor der Krise. Wichtig ist vor allem für das Homeoffice: Auch Laptop, Desktop-PC und Co. brauchen eine Pause. “Was gerade nicht benötigt wird, sollte mindestens in den Energiesparmodus geschickt werden”, betont Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Doch Drucker sollten nicht lange im Standbymodus laufen, da dies über die Zeit oft mehr Strom als die eigentlichen Druckvorgänge verbrauche.

Wer die Heizung meist unkontrolliert laufen lässt, kann hier viel Geld sparen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, wirklich nur so warm zu heizen wie nötig. Stufe drei auf der Heizung sei ein guter Richtwert, da sie zu rund 20 Grad führt. “Für Gesundheit, Konzentration und Schimmelvermeidung muss zwar regelmäßig gelüftet werden. Dann lautet die Devise aber: kurz und heftig”, sagt Winkelmann. Denn wenige Minuten mit weit geöffnetem Fenster würden weniger Energie als eine längere Kipplüftung kosten.

Mit welchen Tricks lässt sich Wasser sparen?

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Um Wasser zu sparen und den Geldbeutel zu entlasten, könnten einige Investitionen hilfreich sein. Beispielsweise ein Durchflussbegrenzer: “Ein Zwischenstück im Duschschlauch oder am Wasserhahn sorgt dafür, dass weniger Wasser fließt”, sagt Winkelmann. Der Preis liege bei etwa fünf Euro. Tropft der Wasserhahn, sollte die Wasserhahndichtung ausgetauscht werden. Denn innerhalb von 24 Stunden fließen sonst rund 10 Liter Wasser. Für das WC lohne sich eine Sparspülung: “Ein wassersparender WC-Spülkasten bringt mit weniger Wasser die gleiche Leistung. Alte Spülkästen können außerdem mit Wasserstopptasten aufgerüstet werden”, betont Winkelmann. Das koste zwischen 5 und 15 Euro.

Auch ohne Investitionen lässt sich eine entscheidende Menge Wasser sparen: Beispielsweise, indem man nur wäscht, wenn die Klamotten auch die Maschine füllen, so Winkelmann. Außerdem solle man am besten auf eine Vorwäsche verzichten. Beim Duschen gilt: Pro Minute fließen etwa 12 bis 15 Liter Wasser. So werden bei 3 Minuten rund 40 Liter verbraucht, informiert die Verbraucherzentrale. Daher sollte nur so viel Zeit wie nötig unter der Dusche verbracht werden. “Ein Duschdurchgang von 3 bis 5 Minuten ist sparsamer als ein Vollbad”, betont Winkelmann zusätzlich.

Lebensmittel: Wie schaffe ich es, beim Einkauf zu sparen?

Beim Kauf von Lebensmitteln lässt sich eine Menge Geld sparen. Das heißt nicht unbedingt, dass grundsätzlich weniger Essen gekauft werden muss oder nur ein Einkauf im Discounter gut für den Geldbeutel ist. Empfehlenswert ist jedoch ein Wochenplan, meint Winkelmann: “Auf diese Weise vermeiden Sie unnötig häufige Gänge in den Supermarkt, das spart Zeit und Geld.” Das mag zwar im Vorfeld etwas Zeit in Anspruch nehmen, doch ein Plan verschaffe einen guten Überblick über die Lebensmittel, die gekauft werden müssen – und welche noch im Vorrat vorhanden sind. “Achten Sie bei der Planung auch darauf, Lebensmittel, die frisch verzehrt werden sollten, in den ersten Tagen und länger haltbare Produkte später in der Woche einzuplanen”, rät Winkelmann. Salate sollten möglichst Anfang der Woche gegessen werden, Wurzelgemüse könne jedoch einige Tage im Kühlschrank bleiben.

Winkelmann empfiehlt Leitungswasser anstelle von Mineralwasser aus Flaschen. “Es ist in Deutschland überall von sehr guter Qualität. Sofern keine Bleileitungen im Haus sind, können Sie es problemlos trinken”, sagt sie. Leitungswasser sei etwa hundertmal preiswerter als Mineralwasser.

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Kann ich in der Corona-Krise Zahlungen wie Miete und Strom aufschieben?

Seit April gelten einige Sonderrechte: “Wenn notwendig, können Zahlungen für beispielsweise Miete, Strom, Wasser und Gas aufgrund der Corona-Krise zunächst für drei Monate aufgeschoben werden – ohne dass eine Kündigung droht”, sagt Roman Schlag von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (agsbv) und der Caritas. Sprich: die Wohnung darf aus diesem Grund nicht gekündigt und das Gas nicht abgeschaltet werden, wenn eine Zahlung ausfällt.

Doch dafür müssen laut dem Verbraucherportal “Finanztip” zunächst drei Voraussetzungen erfüllt sein: Der Vertrag müsse vor dem 8. März 2020 geschlossen worden sein, aufgrund der Corona-Krise müssten wirtschaftliche Einbußen vorliegen und der Lebensunterhalt müsse nicht mehr angemessen bestritten werden können. Der Aufschub sollte laut Schlag aber nur eine Notlösung bleiben: “Einen Zahlungsaufschub sollte man in jedem Fall nur als letztes Mittel in Anspruch nehmen. Denn diese Zahlungen müssen dann zu einem späteren Zeitpunkt beglichen werden”, betont der Experte. Die Rechnungen könnten laut “Finanztip” bis Juni 2020 aufgeschoben werden. Schuldner sollten außerdem, so Schlag, den Gläubiger darüber informieren, dass sie aufgrund der Corona-Krise die Zahlung aufschieben müssen.

Welche Kosten sollte ich derzeit möglichst einsparen?

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“Existenzielle Kosten wie Ernährung, Strom und Miete sollten immer als Erstes gezahlt werden. Um das zu gewährleisten, sollten dafür andere nicht essentielle Ratenzahlungen – wenn möglich und notwendig – eingestellt oder reduziert werden”, sagt Schlag. Wer derzeit weniger Geld zur Verfügung hat oder befürchtet, in einer möglichen Finanzkrise finanzielle Engpässe zu haben, sollte bestehende Mitgliedschaften oder Abonnements unter die Lupe nehmen.

Hier gilt es, sich rechtzeitig zu informieren: “Es muss immer zuerst geprüft werden, ob man beispielsweise Mitgliedschaften in Vereinen oder Fitnessstudios überhaupt auf die Schnelle kündigen kann”, sagt Doris Kappes, Finanzberaterin von der Verbraucherzentrale Hamburg. Einige Fitnessstudios bieten beispielsweise Onlinekurse für ihre Mitglieder an. Dadurch kann es sein, dass sie keine vorzeitige Kündigung aufgrund der geschlossenen Studios zulassen. Auch wenn eine Kündigung möglich ist, sei sie aber gut überlegt: “Hier sollte man abwägen: Wer sich eine Mitgliedschaft leisten kann und die Leistungen auch nach der Corona-Krise noch weiter in Anspruch nehmen möchte, kann durchaus auch weiterzahlen”, sagt Kappes. Das sei für auch für den Verein oder Club gut – jedoch stehe die eigene finanzielle Situation im Vordergrund für die Entscheidung.

Kappes rät außerdem dazu, Versicherungen auf den Prüfstand zu stellen. Einige seien eventuell derzeit nicht sinnvoll, wenn dadurch existenzielle Kosten nicht mehr beglichen werden können. “Man könnte bei einigen Versicherungen nachfragen, ob der Vertrag fürs Erste beitragsfrei gestellt werden kann”, sagt die Expertin.

Welche Apps helfen mir dabei, Geld zu sparen?

Smartphone-Apps können Abhilfe schaffen, wenn es ums Sparen geht. “Monefy” zählt mit über 5 Millionen Downloads im Google Play Store zu den bekanntesten Spar-Apps. Nutzer tragen dabei einfach alle ihre Kosten – von der monatlichen Miete bis hin zum täglichen Kaffee für die Arbeit – ein und können anschließend ihre Transaktionen besser nachvollziehen. Eine Alternative ist die App “Finanzguru”, die bestehende Verträge analysiert und auch auf Wunsch Kündigungen vornehmen kann. Die App gibt auch Spartipps, um Nutzern mehr Infos über ihr Ausgabeverhalten zu geben. Nützlich für den Einkauf kann auch die Preisvergleichs-App “Barcoo” sein: Sie zeigt an, welche Produkte wo am günstigsten sind. Dazu müssen einfach die Barcodes mithilfe der App eingescannt werden. die Dadurch können teure Impulskäufe vermieden werden – und anhand eines Preisvergleichs Geld bei Lebensmitteln gespart werden.

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