Geht das Hamstern wieder los? Supermärkte geben Entwarnung

  • Leere Paletten beim Toilettenpapier, leere Fächer beim Mehl: In den sozialen Netzwerken kursieren wieder Fotos, die wir noch aus dem Frühling kennen.
  • In einer RND-Umfrage geben die Supermarktketten aber Entwarnung: Die meisten beobachten derzeit keine Hamsterkäufe.
  • Aldi Süd, Aldi Nord und dm berichten von einer leicht gestiegenen Nachfrage, auf die man aber gut reagieren könne.
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Im Frühling dieses Jahres blieben in vielen Läden die Regale leer: Vor allem beim Toilettenpapier, der Seife, bei Mehl und Hefe kam es zu Engpässen. Der Grund waren Hamsterkäufe – viele Menschen deckten sich mit Vorräten ein. Die Supermärkte konnten der gestiegenen Nachfrage damals oft nicht mehr gerecht werden. Die Sorge ist, dass es nun mit der zweiten Corona-Welle wieder losgeht – in den sozialen Netzwerken werden schon Fotos von leeren Fächern in Supermärkten geteilt. Wie ist die Lage?

Rewe: „Es gibt keine Hamsterkäufe“

Eine RND-Umfrage unter deutschen Handelsketten zeigt, dass es sich bei den Hamsterkäufen derzeit meist noch um ein lokales Phänomen handelt. So kann Rewe für die eigenen Märkte und die der Unternehmenstochter Penny keine erhöhte Nachfrage feststellen. „Die Lage in den mehr als 5500 Rewe- und Penny-Märkten ist im Hinblick auf die Kundennachfrage vollkommen normal und entspannt. Es gibt keine Hamsterkäufe“, sagt Pressesprecherin Kristina Schütz. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Edeka und dem Netto Marken-Discount: „Wir beobachten aktuell keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens der Kunden“, heißt es übereinstimmend.

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Etwas anders sieht es bei Aldi aus: So verzeichnet Aldi Süd „erstmals wieder einen leichten Anstieg der Nachfrage nach vereinzelten Produkten.“ Der Discounter betont aber, dass es für Hamsterkäufe keinerlei Anlass gibt. „Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Monate beobachten wir Nachfrageschwankungen sehr genau, um etwaige Lieferengpässe vermeiden zu können. Grundsätzlich sind wir auf eine steigende Nachfrage vorbereitet und erwarten derzeit keine Einschränkungen bei der Verfügbarkeit“, heißt es. Aldi Nord schreibt in einer Stellungnahme: „Vereinzelt können wir eine erhöhte Nachfrage im Bereich Papierwaren verzeichnen.“ Es gebe aber auch hier keine Lieferengpässe.

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Auch die Drogeriemarktkette dm verzeichnet zwar derzeit eine erhöhte Nachfrage „nach Toilettenpapier, Desinfektionsmitteln sowie Seife“. Dm sei aber gut darauf vorbereitet, die Artikel seien weiterhin in den Märkten verfügbar. „Zudem ist in unseren Verteilzentren weitere Ware vorhanden, um entsprechend reagieren zu können“, sagt Sebastian Bayer, der als dm-Geschäftsführer das Ressort Marketing und Beschaffung verantwortet.

„Für Hamstern gibt es keinen Grund“ – Klöckner appelliert an Verbraucher

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Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte zuvor an die Verbraucher appelliert, trotz der steigenden Zahl von Corona-Infektionen keine größeren Mengen einzukaufen als sonst. „Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). „Die Lieferketten funktionieren – das gilt nach wie vor.“ Zu keiner Zeit in der Pandemie sei die Lebensmittelversorgung in Deutschland gefährdet gewesen. „Wer hortet, handelt nicht nur unlogisch, sondern auch unsolidarisch. Und am Ende landet vieles in der Tonne. Wenn jeder normal einkauft, steht man auch selbst nicht irgendwann vor leeren Regalen“, so die Ministerin.


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