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Löhne und Jobchancen: Interaktive Grafik zeigt alle Berufe im Vergleich

  • Eine interaktive Grafik gibt einen Überblick über die Gehälter und Arbeitsmarktaussichten in sämtlichen Berufen.
  • Nicht immer verspricht ein Studium mehr Geld als eine Ausbildung.
  • Fast überall verdienen Männer mehr als Frauen.
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Köln. Zwei Berufsgruppen stehen derzeit im Fokus, könnten in ihrer Einordnung auf dem Arbeitsmarkt jedoch kaum unterschiedlicher sein. Ärztinnen und Ärzte sind auf den Intensivstationen und in den Impfzentren gefragt wie nie. Rein materiell ist der Beruf höchst lukrativ: Arbeitslosigkeit ist selten, der mittlere Verdienst liegt jenseits der 6000 Euro brutto pro Monat. Demgegenüber stehen die Verkäuferinnen und Verkäufer etwa in Drogeriemärkten. Auch ihre Arbeit ist im Lockdown unverzichtbar. Doch ihr Lohn beträgt weniger als 2500 Brutto pro Monat und die Beschäftigungschancen sind durchwachsen: Auf eine offene Stelle kommen drei Arbeitssuchende mit der passenden Qualifikation.

IW hat alle Berufe untersucht

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat sämtliche Berufsgruppen nach den beiden Kriterien Lohnniveau und Arbeitsmarktaussichten untersucht und in einer interaktiven Grafik abgebildet. Jeder Beruf wird repräsentiert durch einen Punkt im Koordinatensystem, dessen Position den monatlichen Bruttolohn (je weiter oben, desto höher) und die Beschäftigungschancen (je weiter rechts, desto besser) anzeigt. Die gut bezahlten und stark gesuchten Berufe wie Ärzte sind also oben rechts angesiedelt, die schlechter bezahlten und weniger gesuchten Berufe wie Verkäufer unten links. Die Beschäftigungschancen werden gemessen anhand der Zahl der Arbeitslosen je offener Stelle: Je niedriger der Wert, desto besser die Jobaussichten. Geben Sie einen Beruf in die Suche ein und lassen sich den entsprechenden Punkt in der Grafik markieren.

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Die Größe der Punkte steht für die Beschäftigtenzahl in dem jeweiligen Beruf, die Farbe für die typischerweise erforderliche Qualifikation. Unterhalb der Grafik lässt sich die Auswahl der angezeigten Berufe nach Qualifikationsniveau und Sektor filtern. Beispielsweise kann man sich nur die akademischen Berufe anzeigen lassen. So wird deutlich, dass viele Ausbildungsberufe etwa im Bereich der Informatik bessere Gehälter versprechen als manch ein Beruf mit Studium, zum Beispiel Sozialpädagogik.

Außerdem kann man Untergruppen auswählen, zum Beispiel nur Frauen, nur über 40-Jährige und nur Ostdeutsche. Die Eingrenzung nach Geschlecht offenbart Altbekanntes: Frauen bekommen in fast allen Berufen weniger Geld als Männer. Im Beruf der Gesundheits- und Krankenpflege beispielsweise bekommen Männer im Median 3764 Euro brutto im Monat und Frauen 3494 Euro. Unterschiedliche Arbeitszeiten spielen in diesem Vergleich keine Rolle, weil in beiden Fällen nur Vollzeitstellen berücksichtigt werden. Auch zwischen den Älteren und Jüngeren sowie zwischen dem Osten und den anderen Teilen Deutschlands unterscheiden sich die Löhne erkennbar.

Akademiker haben ihren Verdienst gesteigert

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In ihrer Studie haben die Berufsforscher Alexander Burstedde und Ruth Schüler auch die Entwicklung der Medianlöhne im Zeitverlauf untersucht. Die IW-Wissenschaftler wollten herausfinden, ob in Engpassberufen die Löhne stärker gestiegen sind als in anderen Berufen. Bereits 2013 lag das Lohnniveau in Engpassberufen demnach deutlich höher als in Nicht-Engpassberufen und legte seither auch stärker zu. Der Lohnvorsprung stieg von 7,9 auf 9,3 Prozent. Vor allem Beschäftigte in Berufen mit komplexen Tätigkeiten konnten ihre Knappheit am Arbeitsmarkt monetarisieren. Je höher das Anforderungsniveau, desto stärker reagieren also demnach die Löhne auf Engpässe.

Ausbildungsberufe mit Fachkräftemangel verzeichneten dagegen keine überdurchschnittlichen Lohnerhöhungen. Ein Grund dafür könnte laut den Studienautoren sein, dass Akademiker eher bereit sind, für eine neue Stelle umzuziehen. Es könnte auch daran liegen, dass Tariflöhne häufig für eine Branche und nicht für einzelne Berufe verhandelt werden. Nicht zuletzt gibt es neben der Bezahlung natürlich noch andere Möglichkeiten, Arbeitnehmer zu gewinnen, etwa durch attraktive Arbeitszeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten.

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