Gastronomie: Neue Hygiene- und Abstandsmaßnahmen schmälern den Umsatz

  • Nach langen Wochen der Schließung dürfen Restaurants, Cafés und Biergärten in etlichen Bundesländern wieder öffnen.
  • Schon in der ersten Woche zeichnet sich ein Umsatzrückgang ab, teilweise bis zu 25 Prozent.
  • Die neuen Regeln und die Pflicht, die Kontaktdaten anzugeben, schrecken viele Gäste ab.
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Berlin . Nach den ersten Tagen mit offenen Restaurants und Cafés in einigen Bundesländern hat die Hauptgeschäftsführerin des Gastronomieverbands Dehoga, Ingrid Hartges, ein gemischtes Fazit gezogen. “Natürlich hat es gerade jetzt an dem durchaus sonnigen Wochenende viele Menschen nach draußen gezogen”, sagte sie am Montag. Vor allem die Außengastronomie habe davon profitiert. “Doch noch sind viele Gäste verhalten.”

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Gäste müssen sich erst an Schutzmaßnahmen gewöhnen

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Auch aufgrund der Abstandsgebote verzeichneten die Unternehmen deutlich niedrigere Umsätze im Vergleich zum Vorjahr. In Niedersachsen, wo Lokale mit eigenem Essensangebot schon Anfang vergangener Woche öffnen durften, hätten die Erlöse einer Umfrage zufolge um rund 25 Prozent unter den Vorjahreswerten gelegen.

Für Betriebe und Gäste sei die Umsetzung ein Lernprozess, sagte Hartges. "In den Lokalen gibt es natürlich Bewegung. Wenn Sie nach zwei Monaten endlich ihre Bekannten wiedersehen, dann gehen Sie auch auf die Tische zu." Vermehrte Einsätze der Ordnungsämter und der Polizei etwa in NRW seien daher nicht überraschend. Hartges rief erneut Gastronomen und Gäste dazu auf, sich an die Regeln zu halten. "Nur, wenn alle Schutzmaßnahmen eingehalten werden, werden wir dauerhaft die Öffnung sichern", sagte sie.

Nicht jedes Bundesland verlangt Kontaktdaten

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Während in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen schon seit gut einer Woche einige Gastronomiebereiche wieder öffnen dürfen, sind andere Bundesländer erst am Montag nachgezogen.

Unterschiede gibt es auch bei den Sicherheitsregeln. In vielen Ländern ist es etwa Pflicht, die Gäste auf Listen zu registrieren. Andere wiederum verzichten darauf, die Maßnahme zur Kontaktnachverfolgung auch nur zu empfehlen. "Wenn man das bundeseinheitlich geregelt hätte, gerade wenn das Reisen jetzt beginnt, hätte das die Akzeptanz auch bei den Gästen sicherlich erhöht", sagte Hartges. "Das ist jetzt ein bunter Ideenwettbewerb und man wird sehen, welche Maßnahmen wirkungsvoll sind und welche nicht."

RND/dpa

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