Der Wechsel des Gasanbieters lohnt sich

  • Verbraucherinnen und Verbraucher können viel Geld sparen, wenn sie sich regelmäßig nach günstigen Anbietern umschauen.
  • Jeder sechste Haushalt zahlt noch immer die teuren Tarife der Grundversorgung.
  • Verbraucherschützer raten zu kurzen Laufzeiten der Lieferverträge.
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Frankfurt am Main. Die Gaspreise steigen, und ein Ende ist nicht absehbar. Um rund 12 Prozent ging es seit Oktober 2020 nach oben. Knapp 1300 Euro muss ein Standardhaushalt derzeit im Schnitt pro Jahr zahlen. Im teuren Grundversorgungstarif werden mittlerweile sogar Preise jenseits der 1500 Euro aufgerufen: Rekordwerte.

Sind die steigenden Kosten für den leicht flüchtigen Brennstoff ein unentrinnbares Schicksal? Nein. So lautet das Fazit einer Studie des International Performance Research Instituts (IPRI), die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

„Auch bei Gaspreisen auf Rekordniveau bietet der Markt enormen Spielraum“, sagte Sebastian Künkele, Projektmanager bei IPRI. Er und seine Kollegen haben im Auftrag des Tarifportals Check 24 Preisentwicklungen zwischen 2010 und 2020 untersucht. Ergebnis: Schon ein einmaliger Wechsel lohnt sich.

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Anbieterwechsel können Gasrechnung bis zu 6000 Euro reduzieren

Verbraucherinnen und Verbraucher, die 2010 aus dem Grundversorgungstarif, den jeder Versorger offerieren muss, zum seinerzeit günstigsten Alternativanbieter wechselten und anschließend dort geblieben sind, sparten bis 2020 insgesamt fast 3400 Euro. Durch jährliches Wechseln konnten Haushalte in diesem Zeitraum ihre Gasrechnung im Idealfall sogar um knapp 6000 Euro reduzieren – wenn man den Grundversorgungstarif zugrunde legt.

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Für Verbraucher, die über Check 24 einen neuen Gasanbieter gesucht haben, wurde beim regelmäßigen Wechseln ein Gesamtsparpotenzial von 1,2 Milliarden Euro über die elf Jahre hinweg hochgerechnet. Allein 2020 seien es 232 Millionen Euro gewesen. Ähnliche Effekte dürften auch möglich sein, wenn die Konsumenten sich über andere Vergleichsportale günstige Gasversorger suchen.

Verbraucherschützer werben für Ausschau nach preiswerten Anbietern

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Seit Jahren werben auch Verbraucherschützer dafür, nach preiswerten Anbietern Ausschau zu halten. Dies dient nicht nur dazu, dass Verbraucher Geld sparen. Auch der Markt für die Lieferung von Erdgas, aber auch von Strom wird auf diese Weise belebt.

Inzwischen sind bis in die hintersten Winkel der Bundesrepublik mehrere Hundert Energiehändler aktiv. Dennoch zahlte 2020 laut Check 24 nach wie vor jeder sechste Haushalt immer noch die teuren Tarife der Gasgrundversorgung – 2010 war es sogar jeder vierte. Das Misstrauen gegenüber Alternativanbietern ist aber noch immer verbreitet.

Wechseln ist unproblematisch

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Dabei ist das Wechseln unproblematisch. Allerdings machen die Verbraucherzentralen darauf aufmerksam, dass bei der Suche nach günstigen Angeboten einige Punkte beachtet werden sollten: Die Vergleichsportale finanzierten sich über Provisionen von Anbietern und über Werbung. Sie agieren also nur als Vermittler, würden keine Gewähr für die Richtigkeit der angezeigten Daten übernehmen. Vertragspartner sei der Versorger.

Deshalb sei es wichtig, Preise und Konditionen mit den Angaben auf der Internetseite des Anbieters zu vergleichen.

Zudem empfehlen die Verbraucherzentralen, nicht nur auf die Tarife zu schauen, sondern sich auch nicht unnötig lange zu binden. Sinnvoll sei, die Laufzeit eines Erstvertrages auf maximal zwölf Monate zu beschränken, und zwar mit einer Kündigungsfrist von maximal einem Monat.

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