Kolumne „Der Haushälter“

Warum die Gaspreisbremse diesen Winter kaum hilft – und was Sie tun können

Die Flamme eines Gasherdes brennt in einer Küche.

Die Flamme eines Gasherds – der Preis wird erst mit Verspätung gebremst.

Es sind schwindelerregende Summen, mit denen die Ampelkoalition die Energiepreiskrise angeht: Etwa 95 Milliarden Euro kosten die drei Entlastungspakete, noch einmal 200 Milliarden wurden gerade für den „wirtschaftlichen Abwehrschirm“ reserviert. Hauptmaßnahme ist die geplante Gaspreisbremse.

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Der Preisdeckel gilt erst ab März

Zu sehr sollten sich Gaskunden aber nicht auf die Bremse verlassen. Wird sie beschlossen wie geplant, wirkt sie diesen Winter noch nicht, denn der Deckel auf den Gaspreis soll erst ab März gelten. Das Problem: Bis dahin haben Sie bereits zwei Drittel Ihres Jahresbedarfs an Gas verheizt – schließlich sind Dezember, Januar und Februar die kältesten Monate.

Zwar bekommen alle, die direkt mit Gas heizen (oder indirekt über Fernwärme), im Dezember einen Monatsabschlag erstattet. Doch der entspricht nur einem Zwölftel der Gesamtkosten, nicht dem, was im Dezember tatsächlich verbraucht wird.

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Die Gaspreisbremse deckelt den Preis ab März ohnehin nur für 80 Prozent Ihres Verbrauchs und nur auf 12 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Vor zwei Jahren kostete Gas die Hälfte.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Der Preisdeckel ist eine gute Maßnahme. Sie hilft vor allem denen, die mit absurden Gaspreisen von 20 bis 30 Cent pro kWh konfrontiert sind. Doch im März kommt die Bremse zu spät. Sinnvoller wäre es, schon ab Dezember zu deckeln und vielleicht erst ab 14 oder 15 Cent, um die Mehrkosten für den Staat auszugleichen.

Holz-Nachschub für den Kamin muss nach dem Schlagen im Wald zum Trocknen gestapelt werden. Erst nach ein bis zwei Jahren Trocknungszeit darf es dann zum Heizen verwendet werden.

Wie klimaschädlich ist es, mit Holz zu heizen?

Immer mehr Menschen in Deutschland heizen mit Holz. Das liegt vor allem daran, dass es kosten­günstig ist – verglichen mit fossilen Energieträgern wie Gas oder Öl. Allerdings ist diese Heizungsform nicht gut fürs Klima, und zwar gleich aus mehreren Gründen.

Plötzlich ist die Grundversorgung interessant

Mein Tipp: Falls Sie noch nicht in der Grundversorgung Ihres Stadtwerks sind, dann fragen Sie doch mal nach dem Preis. Zu normalen Zeiten war die Grundversorgung sehr teuer, doch inzwischen lohnt sich oft der Wechsel.

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Sprechen Sie mit der Hotline genau ab, wie Sie vorgehen sollen, um zu vermeiden, dass Ihr Stadtwerk Sie in die extrateure Ersatzversorgung abschiebt. Mehr Infos dazu finden Sie im „Ratgeber Grundversorgung“ von „Finanztip“. Ansonsten gilt: Sparen Sie Energie – und prüfen Sie im Januar, ob Sie Anspruch auf das (dann fast verdoppelte) Wohngeld haben. Da gibt es einen Heizkostenzuschlag dazu.

Matthias Urbach ist Vizechefredakteur des Geldratgebers „Finanztip“, der zur gleichnamigen Stiftung gehört. Er erklärt an dieser Stelle immer dienstags, wie man Gelddinge selbst regelt. Weitere Tipps gibt Urbach im wöchentlichen Verbrauchernewsletter (finanztip.de/newsletter)

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