Goldener Windbeutel 2019: Hinter diesen Produkten stecken die dreistesten Verbrauchertäuschungen

  • Oft versuchen Hersteller Kunden mit flotten Werbesprüchen oder schicken Verpackungen zu locken - doch nicht alles ist wahr.
  • Foodwatch hat nun die Wahl zur dreistesten Werbelüge des Jahres 2019 eröffnet.
  • Nominiert sind fünf Produkte von Hipp, Rewe, Schwartau, Yakult und Zwergenwiese.
David Sander
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Hannover. Das "Smartwater" von Coca-Cola gewann 2018, ein zuckriger Babykeks von Alete 2017 und Capri-Sonne räumte im Jahr 2013 ab. Allesamt Preisträger des "Goldenen Windbeutel". Doch so richtig stolz darauf ist kein Hersteller - Coca-Cola verweigerte 2018 gar die Annahme.

Bei dem "Goldenen Windbeutel" handelt es sich nämlich um die Wahl für die dreisteste Werbelüge des Jahres, initiiert von der Verbraucherorganisation Foodwatch. Damit sollen sich Verbraucher gegen Etikettenschwindel zur Wehr setzen. Vom 5. November bis zum 1. Dezember 2019 können sie über fünf Produkte abstimmen. Dem "Gewinner" überreicht Foodwatch den "Goldenen Windbeutel" direkt am Firmensitz.

"Goldener Windbeutel" - fünf Produkte stehen zur Wahl

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Bereits zum neunten Mal verleiht Foodwatch den "Goldenen Windbeutel", um auf das Problem der legalen Verbrauchertäuschung im Lebensmittelbereich hinzuweisen. Verbraucher konnten auf der Foodwatch-Beschwerdeplattform "Schummelmelder" Produkte für die diesjährige Wahl vorschlagen.

Aus mehr als 200 Produktvorschlägen wählte Foodwatch vier aus - ein weiterer Kandidat wurde nach eigenen Recherchen selbst nominiert. So stehen nun der Bio-Karottensaft von Hipp, die "Wasabi Erdnüsse" von Rewe, der "Corny Protein Lower Carb"-Schokoriegel von Schwartau, das Getränk "Yakult" und die Kinder Tomatensauce des Bio-Herstellers Zwergenwiese zur Wahl.

Kandidat Nr. 1: "100% Bio Direktsaft Karotte" von Hipp

Die Verpackung ist neu - der Preis hat sich verdoppelt. Hipp verkleinerte die Flasche seines Karottensafts für Babys von 500 auf 330 Milliliter. Dabei hat sich der Preis jedoch um 95 Prozent erhöht - die große Flasche kostete 1,05 Euro, die kleinere Flasche nun 1,35 Euro. Laut "Spiegel Online" begründet Hipp den Preisanstieg mit "verschiedenen Ursachen", unter anderem mit massiv gestiegenen Rohwarenkosten.

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Der Karottensaft von Hipp kostet jetzt doppelt so viel.

Kandidat Nr. 2: "Wasabi Erdnüsse" von Rewe Beste Wahl

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Laut Foodwatch bewirbt Rewe seine Erdnüsse auf der Schauseite groß mit "Wasabi". Das edle japanische Gewürz ist aber nur zu 0,003 Prozent im Produkt enthalten. Anscheinend helfe Rewe mit Aroma und Farbstoff nach, um eine Wasabi-ähnliche Schärfe und Farbe zu erreichen, so Foodwatch.

Wo groß Wasabi angesagt wird, ist wenig Wasabi enthalten.

Kandidat Nr. 3: "Corny Protein Lower Carb" von Schwartau

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Der Riegel von Schwartau suggeriert, ein gesundes Produkt für Sportler zu sein - sein Verpackungs-Design erinnert stark an Light-Produkte, hinzu kommen Angaben wie "Protein" und "Lower Carb". Tatsächlich enthält der Riegel 24 Prozent Zucker und 13 Prozent Fett. "Lower Carb" erscheint auch nicht ganz richtig - besteht das Produkt doch zu 40 Prozent aus Kohlenhydraten.

Von wegen "Lower Carb" - zu 40 Prozent besteht der Riegel aus Kohlenhydraten.

Kandidat Nr. 4: "Yakult Original" von Yakult

"Die kleine Flasche Wissenschaft" - so bewirbt Yakult sein Getränk. Das Unternehmen gaukelt positive Effekte auf die Darmgesundheit vor. Aus Sicht von Foodwatch ist Yakult jedoch eine dreiste Abzocke für 8,40 Euro pro Liter. Die Effekte auf die Darmgesundheit seien wissenschaftlich nicht belegt - zudem stecken in einer Mini-Flasche (390 ml) fast neun Gramm Zucker.

Die Gesundheitsförderung durch eine Einnahme von Yakult ist wissenschaftlich nicht belegt. © Quelle: foodwatch

Kandidat Nr. 5: "Kinder Tomatensauce" von Zwergenwiese

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Foodwatch kritisiert, dass der Hersteller bei Eltern durch eine bunte Verpackung den Eindruck erweckt, die Rezeptur der Tomatensauce sei kindgerecht. In Wahrheit enthält die Sauce fast 20 Gramm Zucker pro Portion - das ist das Doppelte der normalen Zwergenwiese-Tomatensauce für Erwachsene. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Kindermarketing, dass nur (Tomaten-)Saucen ohne Zuckerzusatz an Kinder beworben werden sollten.

Die Kinder Tomatensauce enthält doppelt so viel Zucker wie die normale für Erwachsene.
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