Lufthansa-Töchter streiken bis Mitternacht - Dutzende Flugausfälle

  • Der Ausstand der Flugbegleiter der Lufthansa-Töchter dauert erheblich länger als angekündigt.
  • Statt bis 11 Uhr soll der Streik am Sonntag bis Mitternacht dauern.
  • Dutzende Flüge wurden bereits an deutschen Flughäfen annulliert.
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Frankfurt/Main. An mehreren deutschen Flughäfen sind am Sonntagmorgen wegen eines Warnstreiks der Kabinengewerkschaft Ufo Flüge ausgefallen. Am Vormittag waren bereits Dutzende Flüge annulliert. Mehrere Airport-Sprecher schlossen am Morgen nicht aus, dass sich die Situation im Laufe des Tages weiter verschärfen könnte.

Die Gewerkschaft verlängerte den Warnstreik von ursprünglich sechs auf 19 Stunden bis Mitternacht bei den Konzerntöchtern Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress. Eine erste deutschlandweite Bilanz stand aus.

Erste Flugausfälle an deutschen Flughäfen

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Am Flughafen Düsseldorf seien vier Verbindungen der Airline Eurowings gestrichen worden, sagte ein Sprecher am frühen Morgen. „Da wird sicherlich noch einiges dazukommen.“ Auch am Flughafen Köln-Bonn fielen bereits einige Verbindungen aus, wie ein Sprecher mitteilte. Es sei aber ruhig, weil sich die Passagiere rechtzeitig informiert hätten.

Ähnlich sah es am Morgen in München aus. „Ungefähr zehn Verbindungen sind annulliert“, sagte ein Sprecher des Airports am frühen Morgen. Größere Auswirkungen auf den Betrieb habe der Warnstreik bisher nicht. Das könnte sich im Laufe des Tages noch ändern.

Auch an Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt/Main sind am Sonntagmorgen Flüge ausgefallen. Lufthansa-Sprecher Jörg Waber sagte, bei der Konzerntochter Lufthansa Cityline seien „vereinzelt Flüge annulliert worden“. Genaue Zahlen nannte er nicht.

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Am Flughafen Berlin Tegel seien 15 geplante Eurowings-Abflüge ausgefallen, sagte eine Sprecherin der Berliner Flughäfen. „Im Moment ist die Hälfte der Abflüge (der Airline) betroffen.“ Außerdem fielen sieben geplante Ankünfte von Eurowings aus.

Am Hamburger Flughafen waren zunächst laut Flugplan insgesamt zwölf Abflüge und zwölf Ankünfte der Fluggesellschaft Eurowings gestrichen worden, darunter Flüge nach Neapel, Salzburg und Köln/Bonn.

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In Stuttgart seien sieben Abflüge und sieben Ankünfte der Eurowings gestrichen worden, sagte eine Sprecherin des Flughafens am Sonntagmorgen. Über den Tag hinweg sind in Stuttgart demnach rund 50 Flüge von Eurowings geplant. Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden waren laut Webseite eine Ankunft und ein Abflug betroffen.

Tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern

Lufthansa hatte am Sonntag angekündigt, den Flugverkehr aufrechterhalten zu wollen - allerdings war da nur von 6 Stunden Warnstreik die Rede gewesen.

Hinter dem Arbeitskampf steht ein tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern. Das Unternehmen erkennt den Ufo-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen. Die Ufo-Warnstreiks bewertet Lufthansa in dieser Logik als rechtswidrig und hat Teilnehmern mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht.

Die Warnstreiks bei den Lufthansa-Töchtern waren erst am Freitagnachmittag angekündigt worden. Wenig später hatte die Gewerkschaft Ufo die schon seit Montag angekündigten Ausstände bei der Konzernmutter Lufthansa wieder abgeblasen. Der Konzern hatte sich kurzfristig bereiterklärt, 2,0 mehr Gehalt zu zahlen - gefordert hatte Ufo nur 1,8 Prozent. Unmittelbar danach schob Ufo weitere Tarifforderungen nach, die Lufthansa in einem Brief umgehend ablehnte.

Ein Affront für die Ufo - die daraufhin drohte, dass auch bei der Muttergesellschaft jederzeit wieder Streiks möglich seien. „Wir werden ab morgen mit unseren Gremien darüber beraten, wie wir denn jetzt mit dieser Situation weiter umgehen“, sagte Daniel Flohr, Vize-Vorsitzender der Gewerkschaft, der Deutschen Presse-Agentur.

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RND/dpa