Bericht: Flixbusse haben längere Verspätungen als Deutsche Bahn

  • Wie pünktlich sind Flixbusse? Laut neuen Untersuchungen nicht sonderlich.
  • Im Vergleich haben sie sogar längere Verspätungen als die Deutsche Bahn.
  • Das Unternehmen widerspricht der Studie – und gibt den Straßen und anderen Verkehrsteilnehmern die Schuld.
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Berlin. Nicht nur bei der Deutschen Bahn, auch beim Bus-Konkurrenten Flixbus brauchen Fahrgäste mitunter Geduld. Nach einer Datenanalyse des SWR zu ausgewählten Verbindungen kommt jeder zweite Flixbus mindestens eine Viertelstunde zu spät. Fahrgäste müssten demnach durchschnittlich mit einer halben Stunde Verspätung rechnen. Flixbus entgegnete am Donnerstag: „Unsere interne Dokumentation zeigt eine weitaus höhere Pünktlichkeit.“ Dabei würden auch die Zwischenhalte der Busse berücksichtigt. Das Unternehmen legte die eigenen Zahlen aber nicht offen.

Studie: Busse haben längere Verspätungen als die Bahn

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Der SWR hatte auf Grundlage von GPS-Daten der Busse 40.000 Fahrten auf Direktverbindungen zwischen großen Städten unter die Lupe genommen und mit der Deutschen Bahn verglichen. Ergebnis: Bei deutschlandweiten Fernverbindungen seien die Verspätungen länger als bei der Bahn. Eine Flixbussprecherin widersprach im SWR: „Wir hinken der Bahn in Sachen Pünktlichkeit nicht hinterher.“

Grafik zu Verspätungen von Flixbus und Bahn im Vergleich hier: Fahrten ab Stuttgart. © Quelle: SWR - Südwestrundfunk/SWR/obs

Jeder zehnte Zug hat Verspätung

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Im Fernverkehr der Deutschen Bahn hat durchschnittlich jeder zehnte Zug mindestens eine Viertelstunde Verspätung. Für die Fahrgäste gilt: Kommen sie mindestens eine Stunde zu spät, erhalten sie auf Antrag ein Viertel des Fahrpreises zurück, ab zwei Stunden die Hälfte. Flixbus erstattet unter Umständen den Fahrpreis, wenn sich die Abfahrt um mehr als zwei Stunden verzögert.

Das sagt Flixbus

„Im Gegensatz zur Bahn oder dem Flugzeug verfügt der Fernbus über keine eigene Infrastruktur, sondern teilt sich die Straße mit anderen Verkehrsteilnehmern“, erklärte Flixbus. Mithilfe von GPS sowie einem Verkehrswarnsystem könnten die Fahrer Staus und Streckensperrungen umfahren. So würde größeren Verspätungen in den meisten Fällen vorgebeugt. „Unsere Fahrpläne sind dabei immer mit großzügigem Puffer geplant.“

Flixbus ist in Deutschland Marktführer bei Fernbussen, bemüht sich derzeit neue Geschäftsfelder zu erschließen.

RND/dpa