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Flixbus, Delivery-Hero und viele mehr: 2600 Unternehmer rufen zu Klimaprotesten auf

  • Mehr als 2600 Unternehmer setzen sich bei "Entrepreneurs for Future" für den Klimaschutz ein.
  • Sie fordern unter anderem eine zügige Einführung eines CO2-Preises.
  • Auch in der Digitalwirtschaft mehren sich die Stimmen für mehr Klimaschutz.
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Nach den Schülern und den Arbeitnehmern rückt die Klimadebatte auch ins Bewusstsein von Arbeitgebern. „Die Bundesregierung müsste viel mehr tun, um das Klima zu schützen“, sagte Niklas Östberg, Gründer des Digitalkonzerns Delivery Hero, dem Handelsblatt. Allein ist Östberg nicht: Etwa 2500 Unternehmer haben sich mittlerweile bei "Entrepreneurs For Future" (EFF) zusammengeschlossen.

Darunter sind Unternehmen, die ohnehin schon länger auf Nachhaltigkeit setzen. So wie der Outdoor-Ausrüster Vaude. "Eine CO2-Steuer wäre ein wichtiger Schritt", bekannte Inhaberin Antje von Dewitz gegenüber dem Handelsblatt - obwohl CO2-Preis auch Vorprodukte von Vaude verteuern würde.

Ebenfalls aktiv ist laut dem Handelsblatt David Wortmann, Inhaber der Beratungsagentur DWR eco. "Wir wollen gemeinsam ein Signal setzen und den Protest gegen die aktuelle Politik in die Breite tragen“, sagt er als einer der Sprecher von EFF.

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Chance für den Standort Deutschland

Östberg sieht im Klimaschutz auch eine Chance für die Wirtschaft. „Wir sollten nicht nur immer über die Kosten des Klimaschutzes diskutieren, sondern ihn als große Chance begreifen", sagt Östberg. Wenn Deutschland im Klimaschutz führend wäre, könnte sich das aus seiner Sicht auch positiv auf hiesige Unternehmen auswirken.

Von der Politik fordert EFF, dass Deutschland eine "wirksame und planbar steigende CO2-Bepreisung für alle Sektoren" sowie eine Kehrtwende bei Mobilität, Ernährung und Energie braucht - was stark an die Forderungskataloge von Fridays for Future erinnert.

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In anderen Punkten setzen die Unternehmer eigene Akzente. So wollen sie den globalen Ressourcenverbrauch reduzieren, indem verstärkt auf eine sogenannte Kreislaufwirtschaft gesetzt wird. "Rücknahme-, Recycling-, Wieder­verwertungs­quoten müssen nicht nur gesetzt, sondern auch durchgesetzt werden", schreiben sie in ihrem Forderungskatalog. Auch fordert EFF den Aufbau eines Klima-Innovationsfonds für etablierte Unternehmen und Startups. Diese könnte "innovative Lösungen" für die Steuerung und die Bewältigung der Klimakrise beitragen.

Auch Digitalunternehmen wollen Klimaschutz

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Jüngst bekam EFF außerdem Gesellschaft. Führungspersonen aus mehr als 100 Digitalunternehmen haben sich als "Leaders for Climate Action" zusammengetan. Unter anderem beteiligen sich Gründer und Vorstände von MyMüsli, Flixbus, Babbel, Zalando, Soundcloud und zahlreichen weiteren Internetplattformen. Auch prominente Unternehmer wie Alexander Samwer von Rocket Internet machen bei der Initiative mit, ebenso wie hochrangige Mitarbeiter der Telekom und Bosch.

Bei den Leaders for Climate Action steht vor allem eine zügige Einführung eines "lenkungswirksamen" CO2-Preises im Vordergrund. Außerdem fordern sie von der Politik einen schnellstmöglichen Ausbau Erneuerbarer Energien.

Einig sind sich die Digitalunternehmer mit EFF darin, dass der Klimaschutz zum Standortvorteil werden kann. "Klimaschutz ist eine Chance für die deutsche Wirtschaft wieder technologischer Vorreiter zu werden, Arbeitsplätze zu schaffen und den Standort Deutschland zu stärken," heißt es auch bei den Leaders for Clime Action.

Im eigenen Betrieb anfangen

Außerdem wollen sowohl EFF als auch die Leaders for Climate Action in ihren eigenen Betrieben für mehr Klimaschutz sorgen. Unter anderem umfasst das, Ökostrom zu beziehen, die Kantinen auf regionale und saisonale Produkte umzustellen, Müll zu vermeiden und Reisen und Transportwege klimaverträglich zu gestalten.

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