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Fitnessstudios erhöhen Druck auf Politik – und legen Hygienekonzept für Corona-Betrieb vor

  • Demos, Kreativaktionen und Briefe an die Kanzlerin – Deutschlands Fitnessstudios wollen endlich wieder öffnen.
  • Derweil haben schon Zehntausende Sportjunkies eine Petition zur Wiedereröffnung ihrer Gyms unterzeichnet.
  • Doch ein wenig müssen sie sich wohl noch gedulden.
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Demonstration in Potsdam: Vor dem Landtag halten etwa 20 breitschultrige und durchtrainierte Demonstranten Schilder in die Höhe. Die Betreiber und Leiter von Fitnessstudios fordern, dass sie ihre Betriebe in Brandenburg wieder öffnen dürfen. So wie ihre Kollegen in anderen Bundesländern, die angesichts des bevorstehenden Corona-Gipfels der Bundesregierung für ihre Sache trommeln.

“Wir sind relevant für die Gesundheit der Menschen und damit für das Gesundheitssystem”, hieß es laut “Hannoverscher Allgemeiner Zeitung” (HAZ) am Wochenende auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Dort hatten Fitnessstudiobesitzer ebenfalls zu Protesten aufgerufen. Der “HAZ” sagte Demonstrationsanmelder Kiro Feldmann, er könne nicht verstehen, warum die Einrichtungen von ihm und seinen Kollegen geschlossen bleiben – während etwa der Handel schon wieder öffnen dürfe.

Denn die Not ist groß, wie Verbände schon seit Wochen beklagen. Elf Millionen Fitnessstudiobesucher bleiben derzeit zu Hause. Sie kündigen womöglich ihre Verträge oder setzen Beiträge aus, so wie es Verbraucherschützer empfehlen. Es drohe eine Insolvenzwelle, Tausenden Gyms könnte die Schließung bevorstehen, mahnte der Deutsche Sportstudio-Verband (DSSV) schon vor zwei Wochen.

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Viele Einschränkungen für Kunden

Doch seitdem hat sich so wenig getan, dass der DSSV seine Forderung nun erneuert hat – und zugleich ein Video veröffentlicht hat, das zeigt, wie Kraft- und Ausdauertraining auch in Corona-Zeiten sicher sein könnten. Eine Person pro zehn Quadratmeter Trainingsfläche gehört ebenso zum Konzept wie Abstandsregeln und die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln. Wer zur Risikogruppe gehört, soll draußen bleiben, von einer Anfahrt mit dem ÖPNV wird Kunden abgeraten.

Für die soll sich noch mehr ändern: Zum zukünftigen Hygienekonzept könnte demnach gehören, dass vor dem Training ein Mitarbeiter bei Kunden Fieber misst. Wer erkältet ist, dürfe nicht trainieren. Das soll ohnehin nur eingeschränkt möglich sein: Auf hochintensives Training könne ebenso verzichtet werden wie auf die Nutzung von Duschen, Saunen und Solarien. Auch das Tragen eines Mundschutzes beim Training ist Teil des Konzepts.

Hoffen auf die baldige Öffnung

Beim DSSV hofft man nun, dass das Video die Politik beeindruckt. Schließlich wurde laut DSSV-Chefin Birgit Schwarze ein erstes Hygienekonzept schon Anfang April vorgestellt – doch die Studios blieben geschlossen. Nun richten sich die Hoffnungen auf den nächsten Corona-Gipfel der Bundesregierung am 6. Mai. “Bitte nehmen Sie sich die Zeit, dieses Video anzuschauen – wir sind sicher, dass Sie dann unseren Ausführungen folgen können und unsere Fitnessbetriebe eingeschränkt wieder öffnen können”, appelliert Schwarze in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

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“Ihre Entscheidungen sind aktuell von immenser Bedeutung für Millionen von Menschen und Hunderttausende Existenzen”, sagt Schwarze außerdem – und weiß dabei viele Fitnessstudiokunden hinter sich. Mittlerweile haben knapp 30.000 Bundesbürger eine Petition zur baldigen Wiedereröffnung ihrer Gyms unterzeichnet.

Wie groß sind die Risiken?

Hoffnung macht ihnen derweil eine Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). “Wer sich beim Sport im Fitnessstudio fit hält, sollte das tun können”, sagte der Minister kürzlich. Wie realistisch das ist, bleibt allerdings abzuwarten. Niederländische Forscher hatten jüngst festgestellt, dass Sportler durch ihre heftige Atmung und ihre Bewegung Speicheltröpfchen wesentlich weiter schleudern könnten als Menschen bei anderen Aktivitäten – was ein höheres Infektionsrisiko mit sich bringen könnte.

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Spahn kann in der Öffnungsdiskussion allerdings ohnehin nur Empfehlungen aussprechen. Die Umsetzung obliegt den Bundesländern, die auch den Druck der Studiobesitzer zu spüren bekommen. In Hannover und Potsdam ließen sie Hunderte Paare ungenutzter Sportschuhe vor den Landesparlamenten stehen.

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