Finanzaufsicht erwartet von Banken Kürzung von Boni

  • Niedrigzinsen und Umbauprojekte drücken auf die Bilanzen von Banken - und könnte sich auf die Vergütungen der Banker auswirken.
  • Deren Bonuszahlungen will sich die Finanzaufsicht nun genauer ansehen.
  • Denn die Höhe ist davon abhängig, wie die Geldinstitute wirtschaftlich aufgestellt sind.
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Frankfurt/Main. Die Finanzaufsicht Bafin erwartet von Deutschlands Banken angesichts der angespannten Gewinnsituation knappere Bonustöpfe für das Geschäftsjahr 2019. "Eine unserer Erwartungen ist, dass sich in den Boni die Ertragslage der Banken widerspiegelt", sagte der oberste Bankenaufseher der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Raimund Röseler, der "Börsen-Zeitung" (Dienstag). "Zumindest müssen Banken mit Ertragsproblemen sehr gut begründen, wenn und warum sie die Boni nicht verringern."

Das Zinstief setzt der Branche zu und lässt die Erträge schmelzen, in etlichen Häusern laufen zudem teure Umbauprojekt inklusive des Abbaus Tausender Stellen. Das drückt auf die Gewinne.

Seit 2010 gibt es klare Regeln

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Die seit 2010 geltende Institutsvergütungsverordnung schreibt vor, dass die Höhe der variablen Vergütung mit der wirtschaftlichen Lage eines Kreditinstituts in Einklang stehen muss. "Und diese Erwartung bekräftigen wir auch regelmäßig gegenüber den Instituten", sagte Röseler.

Es sei gut, dass es solche Regeln gebe, bekräftigte der Bankenaufseher. "Ich glaube nach wie vor, dass die Vergütungsstruktur in manchen Häusern und die Exzesse, die es damals gab, einer der Auslöser für die Finanzkrise waren. Man hat damals kurzfristige Gewinne vergütet und nicht auf die langfristigen Risiken geachtet. Das gibt es heute nicht mehr", sagte Röseler.

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RND/dpa