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  • FFP2-Masken unbrauchbar: Masken in Rheinland-Pfalz schützen offenbar nicht zuverlässig - möglicherweise ein deutschlandweites Problem

Qualitätsmängel beim FFP2-Standard: Wie viele unbrauchbare Masken sind im Umlauf?

  • Untersuchungen in Rheinland-Pfalz haben gezeigt, dass zahlreiche für Krankenhäuser bestimmte FFP2-Schutzmasken Probleme aufweisen.
  • Bei Marktüberwachungsbehörden sind knapp 100 von 150 geprüften Masken durch Tests durchgefallen.
  • Fachleute gehen davon aus, dass es sich um ein bundesweites Problem handelt.
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Geht es um die Zuverlässigkeit von FFP2-Masken, steht in Rheinland-Pfalz dieser Tage Wort gegen Wort. Denn Landesbehörden haben vom Bund beschaffte FFP2-Masken überprüft, 98 von insgesamt 150 Sorten fielen durch. Doch das Bundesgesundheitsministerium beharrt darauf, dass die Qualität der Masken schon zuvor erfolgreich geprüft wurde – was Fragen nach der Zuverlässigkeit der angeblich hochwertigen Schutzausrüstung aufwirft.

Zuvor hatte die Marktüberwachungsbehörde SGD Süd alle 150 vom Bund für Pfleger in Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellten Maskensorten überprüft. Lediglich 57 davon seien positiv bewertet worden, erklärte jetzt Detlef Placzek, Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung. Beim Rest habe eine ausreichende Schutzwirkung nicht nachgewiesen werden können – oder es lagen schlicht keine Nachweise über dahingehende Prüfungen vor, wie Placzek erklärte. Auch habe bei einigen Masken schlicht die Kennzeichnung gefehlt, die für Schutzausrüstung erforderlich ist.

Placzeks Behörde hat die betroffenen Masken mittlerweile zurückgerufen, mehr als eine Million davon lägen nun in den Lagern, sagte Plazcek der Deutschen Presse-Agentur. „Wir hatten aber schon Ware rausgegeben“, ärgert er sich. „Wenn das Vertrauen der Empfänger missbraucht wird, hat man verloren“, ist der für die Schutzausrüstung von Krankenhauspersonal zuständige Behördenleiter überzeugt. Wie groß der Anteil der mangelhaften Waren an den insgesamt vom Ministerium zur Verfügung gestellten Masken ist, lässt sich nicht eindeutig beziffern.

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Gesundheitsministerium will Masken geprüft haben

Das Bundesgesundheitsministerium hat eigenen Angaben zufolge etwa 2,1 Millionen FFP2-Masken in den Südwesten geliefert. „Diese Masken sind alle auf Qualität überprüft worden und waren ausschließlich für den Einsatz im Gesundheitswesen vorgesehen“, sagte ein Ministeriumssprecher. Doch wie kann es sein, dass Masken eine Prüfung bestehen und in einer anderen durchfallen? „Die genaue Durchführung der Qualitätssicherung und -prüfung der Masken durch den Bund entzieht sich unserer Kenntnis“, erklärte Placzeks Behörde auf Nachfrage.

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Eine mögliche Antwort kennt derweil Tobias Bleyer. Der Arbeitsschutzexperte von der Bundesagentur für Arbeitsschutz (Baua) sieht vor allem in starken Schwankungen bei der Qualität von importierten Masken ein Problem. Denn theoretisch erfüllen in China hergestellte Masken auch die Anforderungen in Europa – die chinesische KN95-Norm und der europäische FFP2-Standard sind sich sehr ähnlich. Doch für die Marktzulassung in Europa wurden zeitweise oft nur einzelne Exemplare sowie die Baumuster überprüft. Fehler in der Massenfertigung schließt das nicht aus: „Die Qualitätssicherung während der Produktion ist in China anders organisiert als in Europa“, erklärt Bleyer das Kernproblem.

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Zeitweilig waren die Standards herabgesetzt

Bis Oktober dürfte das aber nicht allzu oft aufgefallen sein: Als CPA-Masken konnte die Schutzausrüstung aus China unter vereinfachten Bedingungen in Europa auf den Markt gebracht werden. CPA-Masken dürfen eigentlich nicht unter dem Label FFP2 verkauft werden, einige Händler und Hersteller haben es aber trotzdem getan. „Gerade bei der großen Menge importierter CPA-Masken war es zeitweise ganz schön schwierig, mit den Prüfverfahren hinterherzukommen“, sagt Bleyer. In den vergangenen Wochen gab es allerdings eine ganze Reihe von Rückrufaktionen für FFP2-Masken meist kleinerer asiatischer Hersteller. „Die Marktüberwachungsbehörden sind da hinterher“, so Bleyer.

„Alles, was jetzt erstmals auf den Markt kommt, muss entlang der klassischen Standards geprüft und gefertigt werden“, betont Bleyer außerdem. Denn seit Oktober greift wieder das normale Zulassungsverfahren. Bei dem müssen Maskenhersteller den Prüfstellen auch Einblicke in ihre Mechanismen zur Qualitätssicherung gewähren – fehlerhafte Chargen macht das deutlich unwahrscheinlicher. Allerdings ist noch reichlich Ware aus der Zeit davor am Markt. Probleme wie in Rheinland-Pfalz könnten deshalb das ganze Bundesgebiet betreffen, warnen Fachleute hinter vorgehaltener Hand.

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Es sind noch reichlich Masken vorhanden

Für Verbraucher bedeutet das, dass sie auch künftig regelmäßig auf Produktrückrufe achten sollten. Dass die berechtigt sind, zeigt ein Blick in die Rückrufdatenbank der Baua: Statt der für den FFP2-Standard erforderlichen Aerosolfilterwirkung von 94 Prozent wurde bei einigen Masken meist aus China lediglich eine Filterwirkung von 67 Prozent gemessen. Darüber hinaus rät Bleyer grundsätzlich, die Beschriftung von Masken unter Augenschein zu nehmen: In der zweiten Zeile von unten muss eindeutig FFP2 stehen, damit es sich um eine solche Maske handelt. Und die unterste Zeile muss das CE-Siegel sowie eine überprüfbare Kennzahl der zuständigen Prüfstelle enthalten.

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Ob die Qualitätsmängel auch eine mögliche FFP2-Maskenpflicht im Alltag erschweren könnten, lässt sich indes bezweifeln: Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge liegen aktuell mehr als 1,2 Milliarden FPP2-Masken auf Lager. Entlang der Untersuchungen aus Rheinland-Pfalz könnte ein Teil davon zwar Mängel aufweisen – aber im Zweifelsfall ist für Nachschub gesorgt: Nach der Frühphase der Pandemie sind längst gut überwachte Hersteller aus Europa in großem Stil in die Maskenproduktion eingestiegen.

mit dpa

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