Fed: US-Präsident Trump fordert negativen Leitzins

  • Nach Ansicht des Chefs der US-Notenbank, Jerome Powell, könnten weitere Konjunkturhilfen als Reaktion auf die Corona-Krise nötig sein, um die Wirtschaft des Landes zu stützen.
  • Wegen der Corona-Krise hat die Federal Reserve den Leitzins zuletzt bereits auf fast Null abgesenkt.
  • US-Präsident Trump will einen Schritt weitergehen.
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Washington. Nach Ansicht des Chefs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, könnten weitere Konjunkturhilfen als Reaktion auf die Corona-Krise nötig sein, um die Wirtschaft des Landes zu stützen. Der wirtschaftliche Schock durch die Pandemie scheine der größte in der Geschichte zu sein, und auch die finanzpolitische Antwort darauf sei die schnellste und größte in der Nachkriegsgeschichte, sagte Powell am Mittwoch bei einer Video-Schalte mit einem Thinktank in Washington. Die bisherigen Pakete seien aber womöglich nicht das letzte Kapitel. Weitere politische Maßnahmen könnten notwendig sein.

"Zusätzliche fiskalische Unterstützung könnte kostspielig sein, lohnt sich aber, wenn sie dazu beiträgt, langfristige wirtschaftliche Schäden zu vermeiden und uns eine stärkere Erholung zu bescheren", betonte er. Diese Abwägung sei Sache des Kongresses. Langfristig müsse das Land wieder zu einer nachhaltigen Haushaltsführung zurückkehren. Dies müsse aber in wirtschaftlich guten Zeiten passieren. Derzeit sei dies keine Priorität.

Zu konkreten Vorschlägen aus dem US-Parlament mit Blick auf weitere Konjunkturpakete wollte sich Powell nicht äußern. Dies gehöre nicht zur Rolle der Fed, betonte er. Der US-Kongress hat seit März bereits Konjunkturpakete in Höhe von rund 2,7 Billionen US-Dollar auf den Weg gebracht. Die Demokraten im Repräsentantenhaus fordern wegen der anhaltenden Krise ein weiteres Paket im Umfang von mindestens drei Billionen US-Dollar.

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Die Haltung der Regierung des Republikaners Donald Trump ist es, dass nun zunächst die Wirkung der bisher verabschiedeten Gesetze abgewartet werden müsse, bevor über weitere Maßnahmen nachgedacht werden könne. Nancy Pelosi, die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, mahnte dagegen am Mittwoch im Interview mit dem Sender MSNBC: "Dies ist nicht die Zeit für eine Pause."

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US-Präsident Donald Trump hat sich derweil mit Nachdruck für einen negativen Leitzins ausgesprochen. Anstatt für Kredite zahlen zu müssen, würde die US-Regierung dann mit ihren Schulden Geld verdienen, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Das gelinge zum Beispiel Ländern wie Deutschland und Japan, die im internationalen Wettbewerb Konkurrenten der USA seien, sagte der Präsident. “Andere Länder bekommen Geld, und ich glaube, wir sollten in genau der gleichen Situation sein”, sagte Trump.

Wegen der Corona-Krise hat die Zentralbank den Leitzins zuletzt bereits auf fast Null abgesenkt. Der Leitzins im Euroraum ist negativ. Besonders kreditwürdige Länder wie Deutschland können daher mit der Aufnahme von Anleihen bestimmter Laufzeiten sogar Geld verdienen.

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Die US-Wirtschaft befindet sich wegen der Pandemie in einer schweren Krise. Seit März haben dort bereits gut 33 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt. Notenbankchef Jerome Powell hatte die Krise am Mittwoch als größten wirtschaftlichen Schock der jüngeren Geschichte beschrieben - und mit seiner düsteren Analyse prompt die New Yorker Börse auf Talfahrt geschickt.

RND/dpa

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