Expeditionsschiff „Crystal Endeavor“ verlässt MV-Werft in Stralsund

  • Den Bau des Luxusschiffes „Crystal Endeavor“ haben viele Politiker begleitet.
  • Sie sahen darin auch ein Aufbruchssignal für den Schiffsstandort Deutschland.
  • Dennoch werden zumindest in der Stralsunder MV-Werft vorerst keine neuen Schiffe mehr gebaut.
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Stralsund. Das in Stralsund gebaute Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Crystal Endeavor“ hat am Samstag die MV-Werft verlassen. Mit einem lauten Tuten des Schiffshorns und begleitet von vielen winkenden Werftmitarbeitern und Schaulustigen zu Land und Wasser legte die Megajacht in Richtung Island ab.

Das Schiff war vor zwei Wochen von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) getauft und an den Eigentümer, die Reederei Crystal Expedition Cruises, übergeben worden. Im August 2018 war es im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Kiel gelegt worden. Ursprünglich sollte das Schiff schon 2020 fertig sein. Die Corona-Pandemie hatte diese Pläne aber durchkreuzt.

Größte Luxus-Expeditionsjacht der Welt

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Das Auftragsvolumen für den Bau lag Insidern zufolge bei rund 350 Millionen Euro. Auf dem Schiff mit besonderer Eisfestigkeit haben nach Angaben der Werft rund 200 Passagiere Platz. Neben sechs Restaurants gebe es ein Casino, einen großen Spa-Bereich, ein Fitnesscenter sowie Shopping-Möglichkeiten. Für Expeditionen zu Luft und zu Wasser ist das Schiff demnach mit zwei Helikoptern, 18 Schlauchbooten, 14 Kajaks sowie einem Mini-U-Boot für sechs Gäste ausgestattet. Der Werft zufolge gilt sie als die größte und geräumigste Luxus-Expeditionsjacht der Welt.

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Die Jungfernfahrt des Schiffes startet den Angaben zufolge am 17. Juli von Reykjavík aus. Künftig soll das Luxusschiff in die Arktis, die Antarktis, nach Norwegen, Argentinien und Südafrika reisen.

Das in Stralsund gebaute Expeditions-Kreuzfahrtschiff "Crystal Endeavor" fährt vom Ausrüstungskai der Werft zur Jungfernfahrt. © Quelle: Stefan Sauer/dpa
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Vorerst letztes Schiff, das in Stralsund gebaut wurde

Es ist der erste Schiffsneubau nach der Übernahme der Werft durch den asiatischen Mutterkonzern Genting Hongkong im Jahr 2016 – gleichzeitig aber auch das vorerst letzte Schiff, das in der Werft gebaut wird. „Wir konzentrieren uns jetzt auf neue Aufträge und den Bau der Global Dream in Wismar“, sagte ein Werftensprecher am Samstag der dpa. Zudem versuche das Unternehmen, die Finanzierung für zwei weitere Schiffe auf die Beine zu stellen.

Von den derzeit etwa 2800 Mitarbeitern bei den MV Werften an den drei Standorten Wismar, Stralsund und Warnemünde sollen 600 in eine Transfergesellschaft wechseln, die bei der Suche nach neuen Jobs helfen soll.

RND/dpa

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