• Startseite
  • Wirtschaft
  • „Ever Given“-Blockade im Suezkanal: Anwälte machen Behörde verantwortlich

Havarie der „Ever Given“: Anwälte machen Suezkanalbehörde verantwortlich

  • Im März blockierte das Containerschiff „Ever Given“ sechs Tage lag den Suezkanal. Hunderte Schiffe mussten deshalb auf die Durchfahrt warten.
  • In einer Gerichtsverhandlung um Schadensersatzforderungen haben die Anwälte der Schiffseignergesellschaft nun die ägyptische Kanalbehörde belastet. Sie soll die Einfahrt trotz schlechten Wetters erlaubt haben.
  • Außerdem hätten zwei ausreichend große Lotsenschiffe den Frachter begleiten müssen.
Anzeige
Anzeige

Im Streit um Schadensersatzzahlungen nach der Havarie des Containerschiffes „Ever Given“ im Suezkanal haben Anwälte der japanischen Schiffseignergesellschaft Shoei Kisen die ägyptische Kanalbehörde SCA mitverantwortlich gemacht. So hätte die Behörde dem Frachter die Einfahrt in den Suezkanal trotz schlechten Wetters erlaubt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters von der Gerichtsverhandlung.

Die Anwälte verwiesen auf den Funkverkehr zwischen den Kapitänen und den Lotsen. Demnach habe es eine Diskussion darüber gegeben, ob der Containerriese einfahren dürfe. Außerdem hätte der Frachter von zwei ausreichend großen Lotsenschiffen begleitet werden müssen, was laut den Anwälten nicht passierte.

Die „Ever Given“ war am 23. März im Suezkanal auf Grund gelaufen, stellte sich quer und blockierte sechs Tage lang die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa. Hunderte Schiffe mussten wegen der Blockade auf Durchfahrt warten.

Behörden haben Containerschiff beschlagnahmt

Anzeige

Die ägyptischen Behörden haben das Schiff beschlagnahmt und wollen die Weiterfahrt erst erlauben, wenn der Streit um Schadensersatz geklärt ist. Zunächst hatten sie vom japanischen Eigentümer rund 900 Millionen Dollar Entschädigung gefordert. Der Eigner sowie der britische Versicherer fanden die Summe aber zu hoch und die Forderung nicht ausreichend begründet. Inzwischen hat die Behörde die Summe verringert und fordert jetzt noch 600 Millionen Dollar (495 Millionen Euro).

Ein Rechtsvertreter der Kanalbehörde sagte, ein Gericht in Ismailia habe die Beschlagnahme der „Ever Given“ verfügt und ein Ermittlungsverfahren zur Unglücksursache eröffnet. Die Schadenersatzforderung bezieht sich auf die Bergungskosten und während der Blockade ausgebliebene Gebühren für die Kanaldurchfahrt. Das Schiff hatte Güter im Wert von rund 2,9 Milliarden Euro geladen.

ang/RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen