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  • Nun bei Eurowings und Germanwings: Darum sorgt die Ufo-Gewerkschaft für Streik-Chaos

Darum sorgt die Ufo-Gewerkschaft für Streikchaos

  • Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo streikt am Sonntag nicht bei der Lufthansa, sondern bei den Tochtergesellschaften.
  • Betroffen sind nun Eurowings, Germanwings, SunExpress und Lufthansa Cityline.
  • Damit eskaliert der Streit zwischen der Gewerkschaft und der Lufthansa weiter – und eine Lösung ist nicht in Sicht.
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Die Kabinengewerkschaft Ufo streikt am Sonntagmorgen nicht bei der Lufthansa-Kerngesellschaft, dafür aber bei den Konzerntöchtern. Das hat die Tarifkommission entschieden. Zwar hat die Lufthansa freiwillige Gehaltserhöhungen von 2,0 Prozent für die Flugbegleiter angekündigt – davon würden aber nur Mitarbeiter der Kerngesellschaft profitieren. Eigentlich hatte das Unternehmen gehofft, mit dem Entgegenkommen größere Flugausfälle zu verhindern.

Ob das gelungen ist, wird sich allerdings noch zeigen müssen. Denn kurz vor der Ankündigung der Gehaltserhöhungen rief Ufo zum Streik bei den Tochtergesellschaften auf. Und der Aufruf bleibt bestehen – weshalb am Wochenende zwar nicht die Passagiere der Lufthansa betroffen sind, die von Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress aber schon.

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Dort sollen die Ufo-Mitglieder nun am Sonntag zwischen 5 und 11 Uhr bundesweit die Arbeit niederlegen. Sämtliche Starts der Töchter Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress würden bestreikt, teilte die Gewerkschaft mit. Mit dieser Drohung sind mehr als 300 Abflüge im Streikzeitraum gefährdet. Zehntausende Passagiere müssen weiterhin um ihre Verbindungen bangen. Betroffen sind nun Eurowings-Basen wie Düsseldorf, Stuttgart oder Berlin.

Streik trifft nun Ferienflieger

Die Lufthansa will zwar das „volle Flugprogramm aufrechterhalten“, wie eine Sprecherin sagt. Doch der Streik könnte sie fast härter treffen als der ursprünglich angekündigte Streik bei ihrer Muttergesellschaft. Denn nun sind Ferienflieger betroffen, die eher am Wochenende ausgelastet sind. In einigen Bundesländern enden außerdem in der kommenden Woche die Herbstferien, der Streik trifft den Rückreiseverkehr.

Damit geht die Eskalation zwischen Ufo und Lufthansa in eine neue Runde – mit ungewissem Ausgang. Die Lufthansa hatte zuletzt angezweifelt, ob Ufo überhaupt noch tariffähig ist, Gerichte gaben aber zumindest in Bezug auf die Muttergesellschaft der Gewerkschaft recht. Diese durfte dementsprechend die Tarifverträge kündigen, weshalb nun Streiks erlaubt sind. Allerdings laufen noch weitere Verfahren, in denen die Lufthansa recht bekommen könnte. Diese werden sich allerdings noch hinziehen, weshalb der Lufthansa derzeit höchstens Eilanträge als Mittel gegen die angekündigten Streiks bleiben.

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Zuletzt hatte die Lufthansa allerdings ebenso wie Ufo mit harten Bandagen gekämpft, unter anderem den Einsatz von Streikbrechern angekündigt. Auch prüfe das Unternehmen, ob es gegen Streikende rechtliche Schritte einleiten könne, sagte eine Sprecherin der Muttergesellschaft jüngst. Ufo hat derweil nicht viel zu verlieren, zumal die bislang nicht für das Kabinenpersonal zuständige Gewerkschaft Verdi Ufo Mitglieder abspenstig machen soll.