Ein Dollar für 0,84 Euro: US-Inflationsschub stützt Dollar – Eurokurs gesunken

  • Stark gestiegene Verbraucherpreise haben in den USA den Dollar gestützt, während der Eurokurs sank.
  • Die Gemeinschaftswährung kostet nun 1,1823 US-Dollar – einen halben Cent weniger als vorher.
  • Der Inflationsanstieg von 5,4 Prozent könnte aber den Druck auf die Fed erhöhen, aus ihrer lockeren Geldpolitik auszusteigen.
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Frankfurt/Main. Der Kurs des Euro ist am Dienstag nach stark gestiegenen US-Inflationsdaten gefallen. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1823 US-Dollar. Im frühen Handel hatte sie noch rund einen halben Cent höher notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1844 (Montag: 1,1852) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8443 (0,8437) Euro.

Gestützt wurde der Dollar durch stark gestiegene Verbraucherpreise in den USA. Sie haben im Juni um 5,4 Prozent im Jahresvergleich zugelegt. Das war mehr als von Volkswirten erwartet und es handelt sich um die höchste Inflationsrate seit August 2008. Die Teuerungsrate liegt damit deutlich über dem Inflationsziel der US-Notenbank Fed von zwei Prozent.

Ende für lockere Geldpolitik der Fed?

Der Druck auf die Fed, aus ihrer sehr lockeren Geldpolitik auszusteigen, könnte zunehmen. Die Fed hatte den Inflationsanstieg bisher immer mit Sonderfaktoren erklärt, die auch mit der Aufhebung von Corona-Beschränkungen zusammenhängen.

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„Die Wirtschaft läuft rund und von Deflationsrisiken kann derzeit nicht die Rede sein“, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt von der VP Bank. „Die Fed wird deshalb schon bald einen konkreten Fahrplan zum Ausstieg aus den Wertpapierkäufen vorlegen.“ Eine weniger lockere Geldpolitik in den USA würde den Dollar stützen. In der Eurozone hingegen dürfte die EZB ihre lockere Geldpolitik noch lange fortsetzen.

Notenbankchef-Rede wichtiger als Inflation

„Wichtiger noch als die Inflationszahlen dürfte aus Marktsicht die Rede von Notenbankchef Jerome Powell vor dem Kongress am Mittwoch und am Donnerstag sein“, sagte You-Na Park-Heger, Devisenexpertin bei der Commerzbank.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85518 (0,85570) britische Pfund, 130,55 (130,55) japanische Yen und 1,0857 (1,0852) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1812 Dollar gehandelt. Das waren knapp 6 Dollar mehr als am Vortag.

RND/dpa

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