Erneut Milliarden für US-Entwickler von Roboter-Autos

In den USA sind probeweise die nächsten Roboterautos unterwegs – und die dahinter stehenden Unternehmen sammeln Milliardensummen bei Investoren ein. Deutschland ist zögerlicher.

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San Francisco. Während Deutsche Automobilkonzerne noch zögerlich sind, setzen US-Unternehmen zunehmend auf autonomes Fahren. Der Fahrdienst-Vermittler Lyft hat in den Vereinigten Staaten einen neuen Testlauf angekündigt, während General Motors mit seiner Roboterwagen-Sparte erneut Milliarden von Investoren eingesammelt hat.

Einige Kunden des Fahrdienst-Vermittlers Lyft in der US-Stadt Phoenix werden demnächst in Roboterautos der Google-Schwesterfirma Waymo unterwegs sein. Zunächst sollen in den kommenden Monaten zehn Fahrzeuge auf die Lyft-Plattform kommen, wie Waymo-Chef John Krafcik am Dienstag ankündigte. Unterdessen sicherte sich der Autoriese General Motors eine weitere Milliarden-Geldspritze für seine Roboterwagen-Firma Cruise.

Die 1,15 Milliarden Dollar (gut 1 Mrd Euro) für Cruise kommen unter anderem von der Investmentfirma T. Rowe Price. Mit der neuen Finanzierung habe die Gesamtbewertung von Cruise 19 Milliarden Dollar erreicht, wie General Motors am Dienstag mitteilte. Ganz GM ist an der Börse knapp 55 Milliarden Dollar wert.

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Im vergangenen Jahr vereinbarte Cruise bereits eine Geldspritze vom Vision-Investitionsfonds des japanischen Technologiekonzerns Softbank in Höhe von 2,25 Milliarden Dollar sowie weitere 2,75 Milliarden Dollar vom Autobauer Honda.

Der Autokonzern hatte das Start-up Cruise 2016 gekauft, um zu Konkurrenten wie Waymo aufzuholen. Cruise ist inzwischen zur Basis für die Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge bei GM geworden. Der Konzern arbeitet an einem Robotaxi-Service und lässt dafür zahlreiche Cruise-Fahrzeuge durch San Francisco fahren. Laut Medienberichten sind rund 180 Fahrzeuge unterwegs.

Uber, Lyft und Waymo sammeln Milliarden ein

In den vergangenen Monaten hat sich das Tempo, mit dem hohe Geldsummen in die Entwicklung von Roboterwagen-Technologie gesteckt wurden, noch beschleunigt. So bekamen das Start-up Aurora, das seine Technologie für selbstfahrende Autos unter anderem Volkswagen zur Verfügung stellt, sowie Nuro, der Entwickler eines autonomen Lieferwagens, hohe Finanzspritzen. Auch Lyft-Rivale Uber erhielt eine Milliarden-Investition unter anderem von Toyota für sein Roboterwagen-Programm.

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Waymo betreibt in einem Vorort von Phoenix bereits einen eigenen Robotaxi-Dienst. In diesen Fahrzeugen sitzt noch ein Sicherheits-Fahrer am Steuer, der bei Bedarf eingreifen kann. Das wird auch bei der Lyft-Integration so sein. Zudem gibt es in der Stadt aber auch ein Pilot-Programm von Waymo für ausgewählte Einwohner, bei dem die Fahrzeuge zum Teil ohne Sicherheitsfahrer unterwegs sind.

In Deutschland sind die Automobilhersteller beim autonomen Fahren zurückhaltender. Zwar arbeiten auch die hiesigen Hersteller an entsprechenden Technologien. Aus Sicht von Volkswagen stehen dabei bislang aber Nutzfahrzeuge klar im Vordergrund. Für private Anwender sei autonomes Fahren viel zu teuer, sagte beispielsweise Thomas Sedran, Vorstandschef von Volkswagen Nutzfahrzeuge, kürzlich dem Handelsblatt. Allerdings läuft auch in Hamburg mittlerweile ein Versuch mit Robotertaxis.

Von RND/dpa/hö

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