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Erleichterung bei Gastwirten: Versicherer zahlen nun doch für Corona-Ausfälle

  • Nach einigem Druck aus Politik und von Wirtschaftsverbänden denken die Versicherungen um.
  • Bei Betriebsschließungspolicen leisten sie nun doch.
  • Insgesamt stellen deutsche Versicherer für die Corona-Police nun einen dreistelligen Millionenbetrag zur Verfügung.
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Es ist eine Police, die zumindest etwas Druck von besonders vom Coronavirus betroffenen Gaststätten und Hoteliers nehmen kann. Tagelang hatten sich aber die meisten Versicherer in Deutschland geweigert, bei Betriebsschließungspolicen wegen der Corona-Pandemie zu zahlen. Das neue Virus sei nicht in der Deckung enthalten, wurde auf Basis des Kleingedruckten argumentiert. Harsch kritisiert hatte das vor allem der Bundesverband deutscher Versicherungsmakler. Auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga wurde hinter den Kulissen ebenso aktiv wie die bayerische Landesregierung.

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Leistungsverweigerer wie die Allianz knickten ein, was nun zu einem branchenweiten Umdenken führt. Die Versicherer zahlen jetzt auf breiter Front und bundesweit für die Corona-Police.

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Bayerische Einigung maßgebend für Deutschland

Weil Staatshilfen vom Leistungsumfang der Versicherer abgezogen werden, sieht die Lösung wie folgt aus: 70 Prozent der finanziellen Ausfälle zwangsweise geschlossener Gaststätten und Hotels übernehmen Bund und Länder per Kurzarbeitergeld und Soforthilfen, erklärt das bayerische Wirtschaftsministerium. Von den restlichen 30 Prozent würden Versicherer auf freiwilliger Basis zwischen 10 und 15 Prozent schultern, um die Liquidität ihrer Kunden zu sichern. Das haben Politik, Branchenverbände und große Versicherer in einer gemeinsamen Empfehlung beschlossen, an die sich bundesweit nun immer mehr Versicherungsunternehmen halten wollen.

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Konkret heißt das, dass geschlossene Kneipen und Hotels in der Police vereinbarte Tagessätze über einen bestimmten Zeitraum von in der Regel einem Monat erhalten. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) wertete die Vereinbarung als tragfähige und vernünftige Lösung für geschlossene Betriebe und Assekuranz gleichermaßen.

Dreistelliger Millionenbetrag

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Auch Konzerne, die wie die Nürnberger Versicherung nicht am Kompromiss mitverhandelt haben, übernehmen ihn, und zwar nicht nur auf Bayern beschränkt, sondern mit bundesweiter Wirkung, betont Nürnberger-Vorstand Peter Meier. “Diese Lösung zeigt, dass unsere Branche ein verlässlicher Partner ist”, sagt er.

Insgesamt stellen deutsche Versicherer für die Corona-Police nun einen dreistelligen Millionenbetrag zur Verfügung. Einige wie HDI oder Signal Iduna hatten von Anfang an für die Police an versicherte Kunden gezahlt und deren Leistungsanspruch anerkannt, die große Mehrheit der Konzerne aber nicht. So betont die Allianz weiterhin, dass die Police eigentlich nicht greift. “Wir sehen uns hier in der gesellschaftlichen Verantwortung”, erklärte Allianz-Firmenkundenvorstand Dirk Vogler die jetzige Zahlungsbereitschaft. Auch der Marktführer will nun bundesweit leisten.

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