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Strompreise bleiben „historisch hoch“

Gas- und Strompreisbremse: So viel Geld sparen Familien und Singles durchschnittlich

Trotz der Preisbremsen drohen die Strompreise, historisch hoch zu bleiben.

Trotz der Preisbremsen drohen die Strompreise, historisch hoch zu bleiben.

Frankfurt am Main. Die Bundesregierung hat beschlossen, dass die Preisbremsen für Gas und Strom zwar erst im März eingeführt werden, aber bereits vom 1. Januar an rückwirkend gelten sollen. Wir erläutern, was das für die Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet.

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Was bringt die rückwirkende Einführung der Gaspreisbremse?

Die zwei zusätzlichen Monate, in denen die Gaspreisbremse jetzt greifen soll, bringen für eine Familie mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr eine zusätzliche Entlastung von durchschnittlich 154 Euro. Für Singles (5000 kWh) sind es 38 Euro, und für einen Paarhaushalt (12.000 kWh) 93 Euro extra. Dies hat das Vergleichsportal Verivox berechnet. Hinzu kommt, dass der Staat auch noch die Abschlagszahlung für Dezember übernimmt, die für die Familie bei knapp 300 Euro liegt.

Gelten diese Preisdaten für alle?

Es handelt sich um Durchschnittspreise auf der Basis der aktuellen Tarife. Die tatsächlichen Belastungen für jeden einzelnen Haushalt können deutlich davon abweichen. Das hat einerseits mit dem jeweiligen Vertrag und andererseits mit der Beschaffungsstrategie des Versorgers zu tun. Aktuell gilt: Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren davon, wenn sich ihr Lieferant langfristig Lieferungen von Gas gesichert hat, das nicht aus Russland kommt. Wobei viele Haushalte die Turbulenzen am Energiemarkt bislang noch nicht im Portemonnaie zu spüren bekommen haben. Sie zahlen noch die Abschläge, die auf den Tarifen von 2021 beruhen – als die Kilowattstunde noch 7 bis 8 Cent kostete. Derzeit werden aber von den Versorgern Briefe verschickt, die massive Erhöhungen mit dem Jahreswechsel ankündigen.

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Wie wird die Preisbremse im nächsten Jahr wirken?

Auch das hängt stark von der individuellen Situation ab. Auf Basis von Verivox-Berechnungen lassen sich Größenordnungen bestimmen: Vor einem Jahr lagen die Kosten fürs Gas bei der Familie mit den 20.000 kWh im Schnitt bei knapp 1800 Euro im Jahr. Mit der Gaspreisbremse wird für 80 Prozent des Verbrauchs vom Staat ein maximaler Preis von 12 Cent pro Kilowattstunde garantiert, und zwar vom 1. Januar 2023 bis zum 30. April 2024. Für die restlichen 20 Prozent gelten die Tarife des jeweiligen Vertrags mit dem Versorger. Derzeit kostet die Kilowattstunde im Schnitt 19 Cent für Neukunden und Neukundinnen.

Wie hoch wird dann die Gasrechnung ausfallen?

Unter Berücksichtigung der aktuellen Marktpreise kommt Verivox auf Gesamtkosten für die Familie von rund 2600 Euro. Das entspricht einem Aufschlag im Vergleich zu den Preisen von 2021 von mehr als 800 Euro. Im Schnitt müssen Gaskundinnen und Gaskunden, die 20.000 KWh im nächsten Jahr verbrauchen, also mit Mehrkosten von knapp 50 Prozent oder monatlich um die 70 Euro kalkulieren, ohne die staatliche Subventionen wäre die Belastung der Haushaltsbudgets fast doppelt so hoch.

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Wie sieht es beim Strom aus?

Analog zum Gas soll für 80 Prozent des Stromverbrauchs ein Maximalpreis von 40 Cent pro Kilowattstunde gelten. Für den Rest müssen die aktuellen Preise des Versorgers bezahlt werden, diese lagen im Oktober im Schnitt noch deutlich über 50 Cent pro Kilowattstunde. Doch mit sinkenden Großhandelspreisen sind auch die Stromtarife günstiger geworden. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es nur 34 Cent.

Wie stark wird die Belastung pro Haushalt im nächsten Jahr ausfallen?

Auch das hängt stark von den jeweiligen Verträgen mit den Versorgern ab. Über den Daumen gepeilt kann es zu einer höheren Belastung von 20 bis 25 Euro pro Monat kommen, wobei der Staat auch hier mit seinen Subventionen einen erheblich höheren Aufschlag abgefedert hat. Trotz der Preisbremse würden die Stromkosten „historisch hoch“ bleiben, so Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Beim Gas werde die Kostenexplosion deutlich abgemildert. „Dadurch bleibt zumindest ein Teil der Kaufkraft erhalten“, so der Energieexperte.

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