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Ultranationalistisches Asow-Regiment

Empörung über rechtsextreme Ukraine-Flaggen – Kaufland stellt Verkauf ein

Symbolbild: eine Kaufland-Filiale in der Thebäerstraße in Ehrenfeld.

Nutzer in den sozialen Medien zeigen sich am Samstag empört über den Onlinehandel des Lebens­mittel-Einzel­handels Kaufland. So berichten zahlreiche Nutzer über Produkte, die rechtsextreme Symbole des ultranationalen Asow-Regiments abbilden. Darunter Flaggen oder Kleidung. Die Produkte wurden bereits entfernt.

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Das nationalistische Asow-Kampf­batallion verwendet als Erkennungszeichen eine blaue sogenannte Wolfsangel auf gelbem Grund. Die Wolfsangel wurde auch als Symbol von der SS im Dritten Reich genutzt.

Was ist das Asow-Regiment?

Die Asow-Bewegung hat sich 2014 als Freiwilligenbataillon in der Stadt Berdjansk gegründet, um die ukrainische Armee im Kampf gegen die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen. Einige Kämpfer waren zuvor Teil des sogenannten „Rechten Sektors“, einer kleinen, aber aktiven Gruppe ukrainischer Rechtsextremer. Der Kern dieser Gruppe stammte aus der Ostukraine, war russischsprachig und plädierte ursprünglich für die Einigkeit ostslawischer Völker: Russen, Belarussen und Ukrainer. Einige stammten aus der Szene der Fußballultras, andere waren in nationalistischen Kreisen aktiv. Asow war von Anfang an wegen seines Wappens umstritten. „Die Wolfsangel hat eine rechtsradikale Konnotation, es ist ein heidnisches Symbol, das auch die SS verwendet hat“, sagt Andreas Umland, Experte am Stockholmer Zentrum für Osteuropa-Studien. „Es wird in der Ukraine von der Bevölkerung aber nicht als faschistisches Symbol betrachtet.“ Das Regiment „Asow“ will dieses Symbol aus der Nazi-Zeit als stilisierte Buchstaben N und I verstanden wissen, was für „nationale Idee“ stehen soll. (Quelle: Deutsche Welle)

Die Asow-Gruppierung gilt auch im Krieg in der Ukraine als äußerst umstritten. Im Konflikt kämpfen Asow-Nationalisten vor allem gegen prorussische Separatisten im Osten der Ukraine. Russlands Präsident Wladimir Putin spricht seit Kriegsbeginn davon, die Ukraine müsse „entnazifiziert“ werden. Damit spielt er offenbar auch auf die Asow-Gruppierung in der Ukraine an. 2014 befreite das Asow-Regiment das von Russland besetzte Mariupol im Konflikt um die Krim.

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Kaufland hatte sich auf Twitter für die zahlreichen Hinweise verschiedener Nutzer bedankt und angegeben, die Produkte aus dem Onlinehandel entfernt zu haben. Tatsächlich lassen sich keine Produkte mehr finden, die die Asow-Symboliken aufgreifen.

Der Lebensmittel-Einzelhändler erklärte auch, dass die Produkte nicht direkt von Kaufland angeboten würden: „Auf unserem Marktplatz können verschiedene Verkäufer ihre Produkte verkaufen“, antwortet der Konzern auf den Hinweis eines Nutzers auf Twitter.

RND/hyd

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