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  • Elon Musk in Deutschland: Tesla-Chef nach Curevac-Besuch in Berlin und Brandenburg erwartet

Tesla-Chef Elon Musk auf Deutschland-Mission

  • Er ist seit Montagabend in Deutschland: Elon Musk. Welche Termine der Tesla-Gründer aber noch wahrnimmt und mit wem sich er trifft, bleibt unklar.
  • Musk dürfte aber nicht nur wegen der neuen Elektroautofabrik im brandenburgischen Grünheide da sein.
  • Der Hype um den Tesla-Gründer ist auf jeden Fall groß, Fans verfolgten die Anreise unter anderem mit Flighttrackern.
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Berlin/Grünheide. Tesla-Chef Elon Musk ist seit Montagabend in Deutschland. Am Sonntag war er von Los Angeles über das englische Doncaster in Großbritannien mit seinem Privatjet Gulfstream G650 zum Flughafen Hahn im Hunsrück geflogen. In der Eifel besuchte der Gründer des amerikanischen Elektroautobauers dann in Ort Prüm die Tesla-Tochter Grohmann Automation.

Der Hype um den Gründer des amerikanischen Elektroautobauers ist groß. Wann, wo und mit wem sich Elon Musk in Deutschland noch alles treffen wird, ist weiterhin unklar.

Der Tesla-Gründer hatte sich vor einem Abflug nach Deutschland am Sonntagabend auf Englisch bei Twitter sehr nebulös ausgedrückt: “Tesla baut als Nebenprojekt RNA-Mikrofabriken für Curevac und möglicherweise andere”, erklärte Musk. Deshalb und wegen der Fabrik “bin ich diese Woche auf dem Weg nach Deutschland”.

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Musk hat Interese an Curevac

Am Dienstag war Musk in Tübingen bei Curevac, dem Biotech-Unternehmen, das an einem Corona-Impfstoff arbeitet und an dem der Bund mit 300 Millionen Euro beteiligt ist und damit 23 Prozent der Anteile besitzt. Der Amerikaner plant offenbar den Einstieg in die Produktion eines Anti-Corona-Imfpstoffs, so teilte Musk es zumindest per Twitter mit.

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Bei dem Besuch von Elon Musk bei Curevac wurde nach Angaben des Tübinger Unternehmens aber nur über ein bereits bestehendes gemeinsames Projekt gesprochen. Von einer möglichen Beteiligung Musks an Curevac, über die zuvor spekuliert worden war, sei bei dem Gespräch dagegen keine Rede gewesen, sagte ein Curevac-Sprecher am Mittwoch.

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Es habe sich um einen Informationsaustausch bei einem Arbeitsbesuch gehandelt. “Es gibt jetzt keine konkreten Ergebnisse, dass irgendwas beschlossen worden wäre”, sagte der Sprecher des wegen seines Corona-Impfstoffkandidaten bekannt gewordenen Unternehmens.

Bei dem Gespräch ging es demnach um eine bereits seit längerem bestehende Kooperation von Curevac und der Tesla-Tochter Grohmann zur sogenannten mRNA- oder Boten-RNA-Technologie. Dabei geht es um tragbare Fertigungen für die Entwicklung neuer Impfstoffe und Arzneimittel. Solche Printer sollen Impfstoffkandidaten und andere mRNA-basierte Therapien produzieren können. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt.

Treffen mit Wirtschaftsminister Altmaier?

Am heutigen Mittwoch soll es auch zu einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Altmaier kommen. Zudem wird er als Gast bei der Vorstandsklausur der Unions-Fraktion in Berlin erwartet. Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) wollte den Besuch zum Auftakt zwar nicht ausdrücklich bestätigen, sagte aber auf eine entsprechende Frage: “Das könnte durchaus sein.”

Brinkhaus verwies auf eine Maschine der Firma Tesla Grohmann Automation zur vollautomatisierten Impfstoffproduktion, die im Foyer des Klausurgebäudes aufgestellt war. Dem Vernehmen nach könnte dort am Nachmittag (16.15 Uhr) ein Fototermin der Fraktionsspitze gemeinsam mit Musk stattfinden. “Schau’n wir mal, was so im Laufe des Tages passiert”, sagte Brinkhaus.

Musk wird in Brandenburg erwartet

Ebenso will Musk nach Grünheide bei Berlin kommen, um sich wegen des Baus der neuen Tesla-Elektroautofabrik zu erkundigen.

Spannend dürfte der Besuch von Elon Musk in Brandenburg auf jeden Fall werden. Der US-Elektroautobauer will vom Sommer nächsten Jahres an in Grünheide rund 500.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren, dafür sind etwa 12.000 Arbeitsplätze geplant. Die komplette umweltrechtliche Genehmigung für das Projekt durch das Land Brandenburg steht aber noch aus, deshalb baut Tesla auf dem Gelände auf eigenes Risiko.

Termin für Eröffnung von Tesla-Fabrik steht

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Die Eröffnung der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin ist nach Angaben der Brandenburger Landesregierung trotz der Corona-Krise weiter für den Sommer 2021 geplant. Das sei bei einem Treffen von Tesla-Chef Elon Musk mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in Berlin besprochen worden, teilte die Staatskanzlei in Potsdam mit. Die ersten Autos sollen demnach im Sommer nächsten Jahres vom Band rollen.

“Elon Musk ist mit allen Details der Gigafabrik Grünheide befasst”, sagte Woidke. Das Gespräch sei sehr angenehm und konzentriert gewesen. Er betonte: “Vor uns steht noch viel Arbeit.” Die geplante Autofabrik habe bereits jetzt eine “Sogwirkung”. Bei dem Treffen war auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) dabei.

Fans und Demonstranten warten vor der Firmenzufahrt

Auf den Tesla-Chef warten neben Journalisten an der Firmenzufahrt auch Musk-Fans, während die Bauarbeiten vorangehen. Auch die ersten Demonstranten haben sich eingefunden. Eine Frau hält ein Pappschild in die Höhe: “Tesla oder Trinkwasser?” Andere Kritiker des Projekts haben einen Autoanhänger mit Parolen beschriftet. Sie beklagen “Raubbau” an der Heimat.

RND/casc/dpa

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