“Eiskalte Kürzung”: DGB warnt vor Rente mit 69

  • Dass die Bundesbank vorschlägt, dass Renteneintrittsalter auf gut 69 Jahre zu erhöhen, hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.
  • Arbeitnehmer-Vertreter sehen darin eine versteckte Rentenkürzung.
  • Arbeitgeber und FDP hingegen einen überfälligen Vorstoß.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Der Vorschlag der Bundesbank, das Rentenalter auf fast 70 Jahre anzuheben, stößt auf unterschiedliche Reaktionen. Bereits die Anhebung von 65 auf 67 Jahre sei "ein Fehler" gewesen, sagte das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag). "Wer schwer arbeitet, hat ein höheres Sterblichkeitsrisiko als der Durchschnitt aller Erwerbstätigen. Wer also das Renteneintrittsalter anhebt, kürzt all diesen Menschen eiskalt deren Rente."

Kritisch äußerte sich auch der Arbeitnehmer-Flügel der CDU: Der Vorschlag der Bundesbank sei ein „Angriff auf den Zusammenhalt der Gesellschaft“, sagte der stellvertretende CDA-Bundesvorsitzende Christian Bäumler am Dienstag auf Anfrage. „Die Lebenssituation eines Hochschulabsolventen, der mit 27 Jahren ins Erwerbsleben tritt, ist anders als die eines Arbeitnehmers, der mit 17 Jahren zu arbeiten beginnt“, sagte Bäumler. „Viele Arbeitnehmer erreichen schon heute das gesetzliche Renteneintrittsalter nicht und landen in Hartz IV.“

BDA befürwortet Vorstoß

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Für den Arbeitgeberverband BDA dagegen ist entscheidend, dass bei wachsender Lebenserwartung auch das gesetzliche Rentenalter steigt. "Die gewonnene Lebenserwartung muss auch zu einer längeren Erwerbsphase führen und darf nicht nur einen immer längeren Ruhestand bedeuten", sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter der Zeitung.

Auch FDP-Vizefraktionschef Michael Theurer begrüßte die Forderung der Bundesbank. Sie sei "ein wichtiger Impuls in der Debatte um Generationengerechtigkeit", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). "Ein flexibles Renteneintrittsalter würde den Fehler der großen Koalition korrigieren, das Alter für den Eintritt in den Ruhestand abzusenken." Andernfalls werde die durch Umlagen finanzierte Rente sehr bald an ihre Grenzen stoßen.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen