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Einzelhändler in Not: Handel fordert „pragmatischere“ Pandemie­bekämpfung

  • Große Handelsketten wie Tedi, Kik und Takko warnen vor einer Rücknahme der erst seit Kurzem gültigen Einkaufsmöglichkeiten.
  • Der Handel sei nicht für die steigende Zahl der Corona-Fälle verantwortlich, heißt es in einem Schreiben von elf Einzelhändlern.
  • Am Montag beraten Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie.
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Berlin. In der Corona-Pandemie haben große Handelsketten vor einer Rücknahme der begrenzten, erst seit kurzem gültigen Einkaufsmöglichkeiten gewarnt. In einem gemeinsamen Schreiben von elf Einzelhändlern – darunter Tedi, Kik, Takko, Ernsting’s family, Butlers und Thalia – heißt es, dem Handel dürfe nicht die Verantwortung für das steigende Inzidenzgeschehen zugeschoben werden. Das Gegenteil sei der Fall, wie man am Beispiel Hannover und Thüringen sehe: „Dort sind die Inzidenzen in den letzten Tagen deutlich gestiegen – ohne dass der Einzelhandel geöffnet hat.“

Das Schreiben ist an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und an die Ministerpräsidenten der Bundesländer gerichtet, die an diesem Montag über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Bei ihrem vorigen Treffen Anfang März, bei dem die leichten Lockerungen samt Shopping nach Termin (Click and Meet) ermöglicht wurden, war festgehalten worden, dass man bei einer Wocheninzidenz von 100 generell wieder schärfer vorgehen wolle – wie genau, könnte am Montag festgelegt werden. Es ist aber noch offen, ob Verschärfungen kommen. Klar scheint nur, dass angesichts steigender Infektionszahlen nicht weiter gelockert wird.

Handel: Firmen bringen große Opfer in der Corona-Krise

Die Firmen sehen sich in Corona-Zeiten unfair behandelt. „Der Handel bringt große Opfer und wird dafür nicht einmal adäquat kompensiert. Für unsere Branche bedeutet dies ein Geschäfts- und Unternehmenssterben auf Raten.“ Dies habe schlimme Folgen für die Innenstädte.

Die Firmenchefs appellieren an die Politik, das Terminshopping beizubehalten. „Lassen Sie uns das Verfahren Click and Meet, am besten ohne Kopplung an Inzidenzwerte, als kleinen Hoffnungsschimmer weiterentwickeln.“ Die Pandemiebekämpfung sollte „kreativer, pragmatischer und wirtschaftszugewandter“ werden, schreiben sie. Nicht nur die Wocheninzidenz, sondern auch die Auslastung der Klinikintensivbetten, der Anteil schwerer Krankheitsverläufe und vermehrte Tests und Impfungen sollten bei der Beurteilung der Corona-Lage berücksichtigt werden, fordern sie.

RND/dpa

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