Einzelhandel kritisiert uneinheitliche Regelungen

  • Mitten in der Corona-Krise öffnen in vielen Bundesländern wieder die Geschäfte.
  • Der wirtschaftlich schwer gebeutelte Handel hofft auf eine allmähliche Rückkehr zur Normalität.
  • Umstritten ist nach wie vor die 800-Quadratmeter-Regel.
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Berlin. Nach mehrwöchigen Schließungen in der Corona-Krise haben in vielen Bundesländern am Montag wieder die ersten Geschäfte geöffnet. Unter anderem in Hessen, Nordrhein-Westfalen, in Hamburg sowie im Saarland dürfen Bürger wieder in Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern einkaufen. Auch in einigen ostdeutschen Bundesländern - etwa Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern - machen die Läden wieder auf.

In anderen Bundesländern wie Berlin und München müssen Verbraucher und Händler noch etwas länger warten. In der Hauptstadt will der Senat am Dienstag erste Beschlüsse für den Handel fassen. In Bayern wiederum ist laut einer Übersicht des Handelsverbands ab Montag der Zutritt zu Bau- und Gartenmärkten wieder erlaubt, während alle übrigen Geschäfte noch eine weitere Woche geschlossen bleiben sollen.

In der vergangenen Woche hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass Öffnungen von kleineren Geschäften ab diesem Montag wieder möglich sein sollen.

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800-Quadratmeter-Regel ist umstritten

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) kritisierte zu Beginn der Woche, dass die einzelnen Bundesländer unterschiedlich bei der Umsetzung des Beschlusses vorgehen. "Nicht zuletzt die fachlich nicht belegte Zahl von 800 Quadratmetern für den Handel aber auch die unterschiedliche Handhabe von Sortimenten haben klar Fragen aufgeworfen", sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner am Montag auf einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Umstritten ist nach wie vor die Frage, ob die 800-Quadratmeter-Regel auch auf Shopping-Center allgemein anzuwenden ist und diese geschlossen bleiben müssen. Oder ob dort kleinere Geschäfte ebenfalls öffnen dürfen. In Sachsen etwa müssen einzelne Läden einen Außenzugang für die Kunden vorweisen - und ansonsten schließen. In Berlin ist darüber noch nicht entschieden.

Einzelhandelsverband fordert faire Lösung

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Auch der Einzelhandelsverband HDE hat eine faire Lösung für die gesamte Branche gefordert. "Vielen Händlern helfen die getroffenen Beschlüsse zur schrittweisen Wiedereröffnung der Läden und Geschäfte nicht weiter", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der Deutschen Presse-Agentur. Nötig sei eine für alle Händler faire Regelung, die für Unternehmen und Kunden auf den ersten Blick transparent sei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte die Diskussion über weitergehende Lockerungen im Kampf gegen das Coronavirus scharf. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen machte Merkel am Montag in einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums deutlich, wie unzufrieden sie sei, dass die Botschaft vorsichtiger Lockerungen in einigen Ländern zu "Öffnungsdiskussionsorgien" geführt habe. Dies erhöhe das Risiko eines Rückfalls sehr stark.

RND/dpa



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