Einlagensicherung: So wird das Geld auf dem Konto geschützt

  • Wegen des Coronavirus leidet die Wirtschaft – Ökonomen warnen gar, dass ein nie dagewesene Rezession drohen könnte.
  • Doch droht Verbrauchern nun ein Verlust ihrer Ersparnisse, wenn etwa eine Bank in die Insolvenz rutscht?
  • Ein Blick auf das System zur Einlagensicherung zeigt, dass man nun nicht zwangsweise zum Sparstrumpf greifen muss.
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Leere Geldautomaten, galloppierende Inflation und insolvente Banken – wegen der Corona-Krise haben viele Bundesbürger derzeit Schreckensszenarien im Kopf. Doch eigentlich ist das Geld- und Finanzsystem im Nachgang der Finanzkrise recht sicher gemacht worden. Ein zentrales Element dabei: Die Einlagensicherung, die dafür sorgen soll, dass etwa eine Bankenpleite nicht die Verbraucher trifft.

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was ist die Einlagensicherung?

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Nach der Finanzkrise wurde in der EU einheitlich geregelt, dass die Guthaben von Sparern im Fall einer Bankenpleite geschützt sein müssen. Das gängige Modell dafür sind nationale Sicherungsfonds, die von den Banken gefüllt werden – und deren Mittel im Krisenfall an die Sparer fließen. Sowohl die Privatbanken als auch Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland haben entsprechende Fonds gebildet.

Was wird von der Einlagensicherung abgedeckt?

Die Einlagensicherung bezieht sich auf Guthaben, die auf Girokonten, Sparbüchern, Tages- und Festgeldkonten oder Sparbriefen bei EU-Banken liegen. Allerdings sind die Sicherungsfonds dafür noch nicht in allen Ländern prall gefüllt. In einigen Ländern könnte deshalb der Staat gezwungen sein, nicht ausreichend abgesicherten Banken im Krisenfall unter die Arme zu greifen. In Deutschland gibt es schon lange eine Einlagensicherung, die Systeme der hiesigen Banken gelten dementsprechend als erprobt und robust.

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Wie viel Geld schützt die Einlagensicherung?

Grundsätzlich sind bis zu 100.000 Euro pro Kopf und Bank abgesichert. Wer also 200.000 Euro zu gleichen Anteilen auf Konten unterschiedlicher Geldinstitute hat, ist vollständig abgesichert. Analog profitieren etwa Eheleute davon, dass auf ihrem gemeinsamen Konto bis zu 200.000 Euro sicher sind. Wenn kurz vor der Krise eine einmalige größere Summe – etwa die Auszahlung einer Lebensversicherung, eine Abfindung oder ein Immobilienverkauf – auf das Konto einging, steigt die Deckungssumme auf bis zu 500.000 Euro.

Sind auch höhere Beträge geschützt?

Viele Geldinstitute bieten über das gesetzliche Minimum von 100.000 Euro hinaus eine weitere Absicherung an. Privatbanken haben sich zu etwa zu Einlagensicherungsfonds zusammengeschlossen, laut Bankenverband sind so mindestens 750.000 Euro geschützt. Anders als bei der gesetzlichen Einlagensicherung besteht allerdings kein Rechtsanspruch auf die Gelder. Bei öffentlichen Instituten wie Sparkassen oder bei Genossenschaftsbanken gibt es keinen Einlagensicherungsfonds. Stattdessen haben die regionalen Institute vereinbart, im Krisenfall füreinander einzustehen. Eine konkrete Deckungssumme nennen diese Institute selten. Die Sparkassen etwa betonen allerdings, dass noch nie einer ihrer Kunden einen Verlust seiner Einlagen erlitten hat.

Wie ist es mit ausländischen Banken?

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Die Einlagensicherung ist zwar europaweit verpflichtend – allerdings ist die Abwicklung eine Aufgabe der einzelnen Nationalstaaten. Und falls es zu größeren Problemen im Bankensektor kommt, dürfte es wohlhabenden Ländern leichter fallen, die Einlagensicherung zu gewährleisten. Das Verbraucherportal “Finanztip” rät deshalb schon lange, Konten nur in Ländern zu eröffnen, denen Ratingagenturen eine gute Bonität (AAA/Aaa oder AA/Aa) attestieren. Weitergehend drohen Wechselkursrisiken: Verliert etwa die schwedische Krone massiv an Wert, könnten Einlagen bei einer schwedischen Bank aufgrund der Umrechnung nicht im ursprünglichen Umfang in Euro erstattet werden, warnt das Finanzportal Biallo.

Schützt die Einlagensicherung auch vor Inflation?

Die gesetzliche Einlagensicherung zielt darauf ab, 100.000 Euro pro Kunde und Bank zu schützen – unabhängig davon, ob das Geld an Wert verloren hat, weil die Preise massiv gestiegen sind. Es gibt zwar die Befürchtung, dass die massiv erhöhten Staatsausgaben sowie die sehr lockere Geldpolitik in der Corona-Krise nun die Inflation anheizen könnten. Bislang gibt es dafür aber keine Indizien. Und vor Ausbruch der Corona-Krise war die Inflation in der Euro-Zone sogar rekordverdächtig niedrig.

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