Edeka will Real-Märkte übernehmen

  • Metro will seine Einzelhandelskette Real schon länger verkaufen – nun könnte ein Teil der Märkte an Edeka gehen.
  • Beim Bundeskartellamt hat Edeka entsprechende Pläne angemeldet.
  • Bei Real bereitet das den Beschäftigten Sorgen.
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Die Zukunft der rund 270 Real-Märkte in Deutschland bleibt weiter ungewiss – aber für einen Teil der Filialen zeichnet sich eine Lösung ab. Beim Bundeskartellamt hat Edeka angemeldet, Interesse an einigen Standorten zu haben. Wie die Behörde gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte, geht es Edeka um „eine hohe zweistellige Zahl“ der Standorte. Das Kartellamt will das Vorhaben nun prüfen.

Ein direkter Verkauf ist indes nicht geplant: Real-Mutterkonzern Metro will die Supermarktkette Real schon länger loswerden, als Interessent kam vor allem der Immobilieninvestor Redos infrage. Die Pläne hatte das Kartellamt bereits genehmigt – wobei Redos verschiedenen Quellen zufolge längst nicht alle Real-Märkte weiterbetreiben möchte.

An dieser Stelle könnte Edeka als Betreiber ins Spiel kommen: Die Gruppe ist ohnehin schon größter Lebensmittelhändler in Deutschland, hat dementsprechend reichlich Erfahrung in dem hart umkämpften Geschäft.

Setzen Edeka und Redos ihre Pläne um, könnte das allerdings die Zerschlagung von Real bedeuten. Wie die „WAZ“ berichtet, laufen deshalb Arbeitnehmervertreter Sturm. Die 34.000 Beschäftigten blieben im Ungewissen, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der Zeitung. Und der Chef des Gesamtbetriebsrats, Werner Klockhaus, kündigte Proteste an, falls bei einer Zerstückelung der Einzelhandelskette „Kollegen zum Nulltarif nach Hause geschickt werden“.