Preisstreit: Edeka könnte Coca-Cola-Produkte aus Regalen verbannen

Edeka und Coca-Cola streiten um Preise und Zwangsbestellungen.

Edeka und Coca-Cola streiten um Preise und Zwangsbestellungen.

Zwei Großkonzerne der Lebensmittelindustrie treffen aufeinander – und sind sich alles andere als einig. Denn Supermarktriese Edeka ist unter Druck gesetzt, weil der Coca-Cola-Konzern Ende letzten Jahres einerseits seine Preise erhöht hat und auch Rabatte nur noch anbieten will, wenn nahezu das gesamte Coca-Cola-Sortiment abgenommen wird.

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Das will Edeka jedoch nicht einfach hinnehmen, wie die „Lebensmittel Zeitung“ (Bezahl-Artikel) berichtet. Während Aldi, Lidl und Co. die Änderung bereits angenommen haben, ruft Edeka in mehreren Regionen seine Märkte zum Bestellboykott für Coca-Cola-Produkte auf. Zum Coca-Cola-Sortiment gehören neben Coca-Cola auch weitere Produkte wie Fanta, Sprite, der Energydrink Monster oder das Mineralwasser von Vio. Insgesamt seien es fast 120 Produkte der Marke Coca-Cola.

Höhere Preise für Coca-Cola bei Aldi

In einigen Filialen soll es nach Angaben der „Lebensmittel Zeitung“ bereits erste Engpässe in den Edeka-Regalen geben. Während Edeka auf Boykott setzt, hat Aldi Süd die Preise für sämtliche Coca-Cola-Produkte um 10 Cent angehoben. Penny, Rewe und Lidl zogen nach. Wie das Verbraucherportal chip.de schreibt, reagiert auch die Edeka-Tochter Netto, allerdings mit einem Gegenangebot. Im aktuellen Prospekt werbe das Unternehmen erstmals seit Langem groß mit Pepsi-Produkten.

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Coca-Cola bedauere diesen Schritt, da man schon lange erfolgreich zusammenarbeite. „Vor diesem Hintergrund bedauern wir sehr, dass Edeka sich entschieden hat, vorübergehend das Coca-Cola-Sortiment zu reduzieren und einen Bestellstopp für einen Teil unseres Produktangebots zu verfügen“, teilte Martin Gosen von Coca-Cola gegenüber RTL mit. „Wir setzen auf die weitere Partnerschaft und führen den Dialog mit Edeka über die zukünftige Zusammenarbeit fort.“ Edeka hat sich bisher noch nicht näher zum Fall geäußert.

Nicht der erste Streitfall bei Edeka

Bereits im vergangenen Jahr hat Edeka einen Preiskrieg geführt. Damals ging es um den Ketchuphersteller Heinz, der ebenfalls eine Preiserhöhung angekündigt hatte. Auch der Ketchup flog aus den Supermarktregalen bei Edeka. Einen weiteren Streit gab es mit Nestlé, dessen Produkte die Edeka-Filialen ebenfalls boykottierten. Etwa 200 Produkte standen auf der schwarzen Liste, unter anderem Nestlé-Marken wie Wagner-Pizza, Vittel-Wasser, Nescafé oder Produkte von Thomy und Bübchen.

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Der Konflikt mit Edeka machte sich auch in den Umsatzzahlen von Nestlé bemerkbar. Nach Angaben der ARD hatte sich die Deutschland-Chefin von Nestlé, Béatrice Guillaume-Grabisch, zu dem Boykott geäußert. Nestlé verzeichne in Deutschland Umsatzeinbußen, die Edeka-Sperre sei zu spüren. Knapp 30 Prozent des Umsatzes in Deutschland mache Nestlé in Edeka-Filialen.

Edeka kämpft an mehreren Fronten

Der Preiskampf ist nur eine Sache, die den Edeka-Konzern aktuell beschäftigt. Zu einer neuen Werbekampagne mit Otto Waalkes gab es diese Woche zahlreiche Proteste von Landwirten. Die Bauern richteten unter anderem eine Treckerblockade vor dem Großlager des Supermarkts bei Oldenburg ein.

Anstoß dafür war ein Werbeplakat, auf dem Komiker Otto Waalkes zum 100-jährigen Bestehen der Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover mit dem Spruch „Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten“ wirbt. Gerade jetzt, wo die Landwirte um faire Preise für Lebensmittel kämpfen, kam dieser Slogan nicht besonders gut an. Die Werbung stehe in krassem Widerspruch zu der Aussage, dass Lebensmittel eine höhere Wertschätzung verdient haben, sagte eine Sprecherin des Landvolks. Die Werbung passe „in keiner Weise zu der Aussage ‚Wir lieben Lebensmittel‘“.

Viele Bauern protestieren seit Monaten gegen eine geplante Verschärfung der Düngeregeln. Sie fürchten geringere Erträge. Erst heute hatte die Bundesregierung den Landwirten eine Milliardenhilfe zugesichert.

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Nach der Treckerdemo reagierte Edeka. Man wolle den Bauern einen Rollentausch anbieten, hieß es am Donnerstag. Für einen Tag sollen die Landwirte mit einem selbstständigen Einzelhändler den Job wechseln. Das teilte Edeka Minden-Hannover nach einem Treffen mit Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke sowie mit Vertretern der Landfrauen und der Bewegung „Land schafft Verbindung“ mit. Die derzeit sehr sensible Situation in der Landwirtschaft habe man unterschätzt, sagte Edeka-Vorstandssprecher Mark Rosenkranz. Die umstrittenen Werbeplakate sollen übrigens „schnellstmöglich“ durch ein neues Motiv ersetzt werden.

mit dpa

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