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Aktionäre erheben Schadenersatzansprüche: Musterverfahren gegen VW-Holding beginnt

  • Auch die Aktionäre der VW-Dachgesellschaft Porsche SE (PSE) fühlen sich beim Dieselskandal hinters Licht gefühlt.
  • Daher beginnt nun am Oberlandesgericht Stuttgart das lange erwartete Musterverfahren.
  • Die Kläger sind der Ansicht, dass sie zu spät über die finanziellen Folgen der Affäre informiert wurden.
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Stuttgart/Leinfelden-Echterdingen. Im Streit um mögliche Schadenersatzansprüche von Aktionären der VW-Dachgesellschaft Porsche SE (PSE) im Zusammenhang mit dem Dieselskandal beginnt am Mittwoch (10 Uhr) am Oberlandesgericht Stuttgart das lange erwartete Musterverfahren. Die Kläger sind der Ansicht, dass die in Stuttgart sitzende PSE sie zu spät über die finanziellen Folgen der Affäre informiert hat. Die Holding weist die Vorwürfe zurück.

Oberlandesgericht geht von großem öffentlichen Interesse aus

Im Kern soll nun grundsätzlich juristisch geklärt werden, welche Seite recht hat - dabei geht es auch um die besondere Rolle der PSE. Diese ist zwar Hauptaktionärin von VW, hat aber selbst kein eigenes operatives Geschäft. Das Verfahren dürfte sich nach Gerichtsangaben bis mindestens in den Winter hinein ziehen. Weil das OLG von einem größeren öffentlichen Interesse ausgeht, findet die Auftaktveranstaltung nicht am Gerichtssitz in der Stuttgarter Innenstadt, sondern in der Filderhalle im benachbarten Leinfelden-Echterdingen statt.

Bereits seit 2018 läuft am Oberlandesgericht Braunschweig ein Kapitalanleger-Musterverfahren zur Frage, ob VW selbst seine Aktionäre hätte früher über die finanziellen Folgen des Dieselskandals informieren müssen. Angesichts weitgehend ähnlicher Sachverhalte hatte das OLG Stuttgart ein eigenes Verfahren zur Rolle der Porsche-Holding zunächst abgelehnt. Doch der Bundesgerichtshof kippte diesen Entscheid und begründete das damit, dass es in dem Braunschweiger Verfahren um öffentliche Kapitalmarktinformationen von Volkswagen gehe, in Stuttgart aber um solche der Porsche SE.

RND/dpa

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