Die Politik sollte mutig sein – und die Post endgültig verkaufen

  • Die Deutsche Post rechnet mit Milliardengewinnen, investiert in die Digitalisierung und ist längst ein Global Player.
  • Trotzdem hält der Staat noch einen 20-prozentigen Anteil an dem früheren Staatsunternehmen.
  • Deshalb braucht es nun mutige Politiker, die einen Verkauf dieses Anteils angehen, meint unser Autor.
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Nächstes Jahr wird Jubiläum gefeiert. 25 Jahre ist es dann her, dass die Post privatisiert wurde. Mutige Politiker hatten sich damals eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt. Sie wollten einen der größten Behördenapparate der westlichen Welt zu einem profitablen Global Player machen. Heute lässt sich feststellen: Die industriepolitische Großoperation ist gelungen.

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Die Deutsche Post DHL Group – der Name sagt schon viel – ist als einer der weltweit größten Logistikkonzerne beinahe überall aktiv. Möglich wurde das auch durch eine diskrete Unterstützung durch den Staat. Der Konzern profitiert allein dadurch, dass der Staat noch einen Anteil von 20,9 Prozent der Aktien hält. Das stärkt die Kreditwürdigkeit des gelben Riesen und ermöglicht ihm, günstig an Geld zu kommen.

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Die Post steht auf eigenen Beinen

Der Vorstand hat gerade seinen Fünf-Jahres-Plan für die Zeit von 2020 bis 2025 vorgelegt und dabei steigende Gewinne eingeplant. Die Prognosen sind solide, sofern keine Weltwirtschaftskrise kommt und sofern der Vorstand den eingeschlagenen Weg der Digitalisierung konsequent geht. Die Post kann längst auf eigenen Beinen stehen.

Es ist jetzt höchste Zeit, dass der Staat seinen Anteil verkauft. Die Gelegenheit des Jubiläums kann auch gleich genutzt werden, um Privilegien für die Post abzuschaffen. Wie die Befreiung von der Mehrwertsteuer im Brief- und Paketgeschäft. Denn all dies hemmt seit Jahren den Wettbewerb und bremst die Rivalen der Post.

Zugleich muss auch neu definiert werden, wie eine zeitgemäße Grundversorgung mit Postdiensten aussieht. Brauchen wir trotz E-Mail und Smartphones immer noch die Zustellung von Briefen an sechs Tagen in der Woche und Briefkästen, in die kaum noch Briefe eingeworfen werden? Wir brauchen vor allem eins: mutige Politiker.

“Staat, Sex, Amen”
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