Die Commerzbank hat noch einen weiten Weg

  • Die Commerzbank steckt seit einem Jahrzehnt in der Krise.
  • Einige Chancen wurden verpasst.
  • Im Alleingang wird sie sich weiter schwertun.
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Frankfurt. Wer die Probleme der deutschen Banken erklären will, findet seine Beispiele immer wieder bei der Commerzbank. Das traditionsreiche Haus wurde in der Finanzkrise gerettet – aber nicht für eine bessere Zukunft gerüstet. Es hat in den guten Jahren viele Geschäfte gemacht – wurde aber in keinem führend. Es ist groß – aber nicht groß genug. Es war mit seiner Direktbank ein Pionier – machte aber keine eigene Strategie daraus. Und auch die neuen Pläne, die in der nächsten Woche beschlossen werden sollen, sind wohl nur ein Zwischenschritt.

Unter Martin Zielke und auch schon dem Vorgänger Martin Blessing hat die Bank in erster Linie schlicht auf Wachstum und Digitalisierung gesetzt. Das war nicht verkehrt, denn ihre Produkte wurzeln im Massengeschäft, und die Kosten für IT-Plattformen und Regulierung sind leichter zu tragen, wenn man sie auf mehr Kunden verteilt. So wurden mit hohem Werbeaufwand neue Privat- und Firmenkunden herangeholt. Doch sie bringen bescheidene Erträge, und das Wachstum aus eigener Kraft stößt an Grenzen.

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Theoretisch ist die Commerzbank auf dem richtigen Weg zu einer Mischform aus traditioneller Beraterbank und digitalem Finanzdienstleister. Praktisch ist zu befürchten, dass ihr die Ertragskraft für die Investitionen und das Tempo bei der Umsetzung fehlen. Das Fusionsthema wird wieder auf den Tisch kommen. Vielleicht ist so viel Zeit gewonnen, dass dann wieder die Deutsche Bank – nach ihrem eigenen Umbau – infrage kommt.

Mehr lesen: So will sich die Commerzbank sanieren

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