Was soll auf die Packung? Das sind die Nährwert-Logos

Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner (CDU).

Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner (CDU).

Berlin. Ein Logo soll künftig auf Verpackungen anzeigen, wie viel Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln enthalten ist - nur welches? Darüber sollen nun die Verbraucher entscheiden. Das Bundesernährungsministerium hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Befragung begonnen, um schließlich über das geplante Nährwert-Logo zu entscheiden. Ziel sind eine gesündere Ernährung und weniger Übergewicht nicht nur bei Kindern.

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Zur Auswahl stehen vier verschiedene Modelle, ein Resultat soll Ende September vorliegen. „Das Ergebnis wird für mich maßgeblich sein“, sagte Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU). „Ich werde dann einen entsprechenden Verordnungsentwurf vorlegen, der dieses Nährwertkennzeichen empfiehlt.“

Verbraucherzentralen dringen auf eine definitive Entscheidung im Herbst, um die Einführung eines Logos nicht weiter zu verzögern. Die Verbraucherforschung in verschiedenen Formaten solle sicherstellen, dass das künftige System eine gute Orientierung bietet, sagte Klöckner.

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Die Nährwert-Modelle im Detail:

Nutri-Score: Unter den Modellen ist das aus Frankreich stammende System Nutri-Score, für das sich Verbraucherschützer und die SPD stark machen, aber etwa auch die Tiefkühlkost-Branche. Es bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine in eine Bewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an - auf einer fünfstufigen Skala von dunkelgrün bis rot. Erste Produkte damit sind schon in deutschen Supermärkten zu kaufen.

"Keyhole": Getestet werden soll außerdem das "Keyhole"-Modell aus Skandinavien mit einem weißen Schlüsselloch auf grünem Grund, das eine positive Nährwertbewertung anzeigt. Es zeigt also eine zusammenfassende Bewertung des Gesundheitswerts – wie der Nutri-Score.

MRI-Modell: Teil der Befragungen sind daneben zwei noch nicht in der Praxis eingesetzte Modelle. So hat das bundeseigene Max-Rubner-Forschungsinstitut ein Logo entwickelt, das Salz, Zucker und Fett pro 100 Gramm in separaten Waben anzeigt, die bei niedrigem Gehalt jeweils blaugrün gefärbt sind.

Das soll Menschen etwa mit Diabetes oder Bluthochdruck auch eine speziellere Orientierung geben. Daneben zeigt eine große Wabe eine Gesamtbewertung. Es liefert dem Verbraucher mehr Kontext.

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BLL-Modell: Der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft BLL hat seinerseits ein Label vorgeschlagen. Es zeigt fünf Kreise, in denen die Kalorien sowie der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz pro 100 Gramm stehen. Ähnlich wie bei einer Tortengrafik zeigt eine hervorgehobene Fläche in jedem Kreis an, wie viel Prozent der täglichen Zufuhr der Verzehr von 100 Gramm bedeutet - je mehr, desto größer die Fläche.

Nährwert-Logo nicht verpflichtend

Vorgesehen sind zunächst intensivere Gruppendiskussionen mit acht bis zehn Teilnehmern in mehreren Städten in Deutschland. Darauf soll eine repräsentative Umfrage folgen. Verbraucherschützer fordern seit Jahren farbliche Logos auf der Vorderseite der Packungen.

National verpflichtend ist das Logo allerdings nicht, wie das EU-Recht vorschreibt. Und auch international sieht es schwierig aus: „Am besten wäre ein europaweit einheitliches Kennzeichnungssystem, aber davon sind wir weit entfernt“, sagte Klöckner. Sie zeigte sich dennoch zuversichtlich. Man sei in dieser Frage derzeit „so weit wie noch nie“, so die Ministerin.

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Von RND/dpa/ka

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