Deutsche trinken immer mehr Wein aus Österreich

  • Grüner Veltliner oder Rotweine aus der Alpenrepublik werden hierzulande immer beliebter.
  • Zumindest lassen das die Absatzzahlen vermuten: Deutschland hat 2020 rund 331.000 Hektoliter Wein aus Österreich importiert.
  • Damit Weine sich gut verkaufen, brauchen sie ein klares Profil, sagt ein Experte.
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Mainz/Wien. Grüner Veltliner oder Rotweine aus der Alpenrepublik haben im Corona-Jahr 2020 regen Absatz. In die umgekehrte Richtung wird viel weniger Wein exportiert. Das neue deutsche Weinrecht will die Ausfuhrchancen mit klaren Herkunftsprofilen verbessern.

Der Weinbau in Österreich muss sich mit einer Fläche begnügen, die kleiner ist als die beiden Anbaugebiete Rheinhessen und Pfalz – dennoch drängen Weine aus Österreich mit Macht auf den deutschen Markt. Nach vorläufigen Daten der Importstatistik wurden im Corona-Jahr 2020 rund 331.000 Hektoliter Wein aus Österreich eingeführt. Das sind mindestens 7,1 Prozent mehr als nach endgültigen Daten ein Jahr zuvor, wie das Deutsche Weininstitut mitteilte. Dagegen hat sich der Export deutscher Weine nach Österreich im 2020 auf 10.000 Hektoliter mehr als halbiert.

Mit dem neuen deutschen Weinrecht, das zuletzt über ein Gesetz und eine Verordnung in Kraft trat, sollen die Exportchancen verbessert werden. Dazu gehört die Entwicklung eindeutiger Herkunftsprofile für die 13 deutschen Anbaugebiete.

Kriterien für Qualitätsweine

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In Österreich haben seit 2003 bereits 16 der 18 Weinbaugebiete festgelegt, was ihre jeweils gebietstypischen Qualitätsweine sein sollen. Das Kürzel dafür heißt DAC – nach der lateinischen Bezeichnung „Districtus Austriae Controllatus“.

Im kleinen Anbaugebiet Carnuntum, zwischen Wien, Donau und Neusiedler See gelegen, hätten sich die Winzer 15 Jahre lang mit ihrem Profil beschäftigt, sagt der Präsident der Vereinigung Rubin Carnuntum Weingüter, Robert Payr. „Für den Export ist das DAC sehr wichtig, um eine klare Struktur zeigen zu können.“

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Neues Weingesetz

Für den Weinbau in den deutschen Anbaugebieten gibt es „Produktspezifikationen“, die zur Anerkennung als „Geschützte Ursprungsbezeichnung“ nötig waren. Sie legen ähnliche Anforderungen fest wie im österreichischen DAC-Profil. Die Schutzgemeinschaften der Anbaugebiete können mit dem neuen Weingesetz nun noch weitere Details regeln, insbesondere bei den „Ersten Gewächsen“ und „Großen Gewächsen“.

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„Ein klares Profil einer Weinregion ist grundsätzlich hilfreich für die Vermarktung im In- und Ausland, auch um sich gegenüber anderen Herkünften abzugrenzen“, sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. „Dafür sollten die Kriterien möglichst eindeutig und schmeckbar sein und sie müssen natürlich auch breit kommuniziert werden.“ Bis dies bei den Verbrauchenden in den Exportmärkten ankomme, gingen allerdings in der Regel Jahre ins Land.

RND/dpa

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