Deutsche Bank-Vize verspricht: keine Negativzinsen für Normalsparer

  • Die Sorge vor Negativzinsen treibt viele Sparer um.
  • Die Deutsche Bank hat jetzt klar gemacht: Durchschnittliche Sparer müssen damit nicht rechnen.
  • Anders sieht es aus bei großen Unternehmen und sehr vermögenden Privatkunden.
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Frankfurt. Die Deutsche Bank will die Mehrheit ihrer Privatkunden weiterhin nicht mit Negativzinsen belasten. Deutschlands größtes Geldhaus werde die Kosten für negative Zinsen nicht an durchschnittliche Privatkunden weitergeben, bekräftigte Konzernvize Karl von Rohr am Mittwoch bei einer Konferenz in Frankfurt. Aber die Frage sei für große Unternehmenskunden und sehr vermögende Privatkunden „relevant“.

Geschäftsbanken müssen derzeit 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken - eine Milliardenbelastung für die Branche. Etwas Entlastung verschafft die EZB den Instituten neuerdings über Freibeträge. Einzelne Institute in Deutschland geben die Kosten für die Negativzinsen seit einiger Zeit an Unternehmen oder große Investoren wie Fonds weiter. Und selbst reiche Privatkunden werden in manchem Haus zur Kasse gebeten.

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Zinstief ist „Belastung für das Finanzsystem“

Das anhaltende Zinstief sei „die größte Herausforderung für die europäische Finanzindustrie“, sagte von Rohr. „Negative Zinssätze stellen eine Belastung für das Finanzsystem dar, da sie langjährige Gewissheiten auf den Kopf stellen.“

Gegenüber der US-Konkurrenz sei dies zudem ein Wettbewerbsnachteil: Während Banken dort Zinsen für Einlagen bei der Notenbank Fed erhalten, belasten die negativen Zinssätze die Banken in Europa von Rohr zufolge jährlich mit fast 40 Milliarden Euro. Dass die EZB eine Staffelung für die Negativzinsen eingeführt habe, habe nur „ein kleines bisschen Erleichterung“ gebracht.

RND/dpa