Deutlicher Preisanstieg erwartet: Lohnt sich eine Anlage in Gold?

  • Experten rechnen für 2020 mit steigenden Goldpreisen.
  • Der “sichere Hafen” ist bei vielen Investoren beliebt.
  • Rein rechnerisch besitzt jeder volljährige Deutsche durchschnittlich 71 Gramm Gold in Form von Barren oder Münzen.
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Anlegern stehen goldene Zeiten bevor. Nach den schon gestiegenen Kurse im noch laufenden Jahr 2019 rechnet das Gros der Edelmetallexperten auch im kommenden Jahr mit einem kletternden Goldpreis. Die Feinunze (rund 31,1 Gramm) Gold kostet an diesem Dienstag rund 1458 Dollar und hat damit 14 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn an Wert zugelegt.

Eine aktuelle Studie von Thomson-Reuters prognostiziert auch für 2020 weiter steigende Kurse und einen durchschnittlichen Marktpreis von 1.537 US-Dollar pro Unze. Dies entspricht beim aktuellen Goldpreis einem Plus von etwas mehr als 5 Prozent. In der Spitze sagen die Experten jedoch deutlich höhere Kurse voraus. Der Goldpreis könnte hier ein neues Allzeithoch erreichen. Das aktuelle Rekordhoch aus dem Jahr 2011 liegt bei 1921 US-Dollar je Unze.

Die Gründe für einen weiteren Anstieg des glänzenden Edelmetalls sind vielfältig. Investoren begeben sich derzeit in den „sicheren Hafen“ Gold nicht nur wegen der aktuellen, weltwirtschaftlichen Situation, die vom drohenden Brexit und auch dem Handelsstreit zwischen den USA und China ausgehen. Für einen gewissen Preisanstieg sorgen auch die weltweiten Notenbanken, die zuletzt ihre Goldreserven kontinuierlich aufgestockt haben.

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Goldbestand der Deutschen Börse auf Rekordstand

Eine kräftige Nachfrage nach Gold als Anlage hat auch den Goldbestand bei der Deutschen Börse erstmals über die Marke von 200 Tonnen getrieben. Knapp 200,1 Tonnen des Edelmetalls lagern nach Angaben vom Montag aktuell in den Tresoren des Unternehmens in Frankfurt. Zum Jahreswechsel waren es noch 181,5 Tonnen.

Neues Gold kommt immer dann hinzu, wenn Anleger die sogenannte Xetra-Gold-Anleihe erwerben. Für jeden Anteilschein wird ein Gramm des Edelmetalls hinterlegt. Derzeit hat der Goldbestand einen Wert von 8,5 Milliarden Euro - ebenfalls ein Höchststand. „Die anhaltende Goldnachfrage kommt sowohl von institutionellen Investoren als auch von Privatanlegern. Auch immer mehr Vermögensverwalter und Family Offices nutzen Gold, um ihre Portfolios abzusichern“, sagt Michael König, Geschäftsführer der Deutsche Börse Commodities GmbH, der Emittentin von Xetra-Gold.

Mancher Anleger lässt sich sein Gold sogar nach Hause liefern: Seit der Einführung von "Xetra-Gold" im Jahr 2007 haben Anleger von dieser Möglichkeit 1053 Mal Gebrauch gemacht. Insgesamt wurden dabei nach Angaben der Deutschen Börse 5,1 Tonnen Gold ausgeliefert.

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Die Sache mit der Abgeltungssteuer

Was manche Anleger vielleicht immer noch nicht wissen: Bereits im September 2015 hatte der Bundesfinanzhof veröffentlicht, dass Gewinne aus der Veräußerung oder Einlösung von Xetra-Gold nach einer Mindesthaltedauer von einem Jahr nicht unter die Abgeltungssteuer fallen. Das heißt, der Kauf und der Verkauf gelten steuerlich wie ein unmittelbarer Erwerb und unmittelbarer Verkauf von physischen Gold, wie beispielsweise Goldbarren oder Goldmünzen.

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Generell gehören Edelmetalle in Deutschland seit Jahren schon zu den beliebtesten Investments. Rein rechnerisch besitzt jeder volljährige Deutsche laut einer Studie durchschnittlich 58 Gramm Goldschmuck und 71 Gramm des Edelmetalls in Form von Barren oder Münzen.