Der Handel warnt vor sterbenden Innenstädten

  • Der Handelsverband Deutschland (HDE) schlägt Alarm.
  • In einem Brandbrief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) warnen Vertreter vor rückläufigen Kundenzahlen - und den Folgen.
  • Die Zahl der Geschäfte sinkt stetig: "Wo der Handel stirbt, sterben Stadtzentren und Dorfgemeinschaften", sagt der Verband.
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Berlin. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht durch die sinkenden Kundenzahlen in vielen Einkaufsstraßen ganze Innenstädte in Deutschland in Gefahr. Die Lage für viele mittelständische Handelsunternehmen und zahlreiche Innenstädte in der Bundesrepublik werde immer schwieriger, warnte der HDE-Hauptgeschäftsführer, Stefan Genth, in einem Brandbrief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Dies könne Folgen weit über den Handel hinaus haben. "Wo der Handel stirbt, sterben Stadtzentren und Dorfgemeinschaften", warnte Genth in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" darüber berichtet.

In den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der Geschäfte im deutschen Einzelhandel nach Berechnungen des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) bereits um rund 29 000 zurückgegangen, betonte Genth. Aktuell klagten über die Hälfte der Händler über sinkende und nicht zufriedenstellende Kundenfrequenzen. Die Probleme der Händler brächten "ganze Innenstädte ins Wanken". Je ländlicher die Handelsstandorte lägen, desto bedrohlicher seien die Auswirkungen.

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Verband fordert von der Politik mehr Einsatz für die Innenstädte

Der HDE drängt deshalb auf mehr Engagement der Politik für den Erhalt funktionierender Innenstädte. Notwendig sei eine zentrale Anlaufstelle in der Bundesregierung, die sich um die Probleme des innerstädtischen Handels kümmere. Schließlich gehe es um nicht weniger als die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung der Bürger mit Gütern des täglichen Bedarfs. Auch bei der Städtebauförderung müssten die Interessen des Handels künftig eine größere Rolle spielen.

RND/dpa

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