Damit wurde der AfD-Millionenspender reich

  • Ein bislang weitgehend unbekannter Ingenieur hat der AfD rund 7 Millionen Euro vererbt.
  • Dass Parteien so hohe Summen bekommen, ist sehr unüblich – zumal der Spender nicht einmal Parteimitglied war.
  • Reich wurde er wohl, weil er Vorrichtungen erfunden hat, die vielen Deutschen von Herrenklos bekannt sein dürften.
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7 Millionen Euro hat Reiner Strangfeld der AfD vermacht – offenbar schon 2018, als Strangfeld, der nach Auskunft der AfD kein Parteimitglied war, starb. Der Niedersachse soll mit Patenten reich geworden sein. Doch wie genau ist das Millionenerbe zustande gekommen?

In Medienberichten heißt es derzeit, dass Strangfeld wahlweise Ingenieur oder Erfinder war – was offenbar stimmt. Beim Deutschen Patent- und Markenamt ist ein Reiner Strangfeld als Erfinder bei 106 Patenten und Anmeldungen eingetragen. Bei vielen davon nennt das Patent- und Markenamt in seinem Auskunftsystem Depatis den Amaturenhersteller Rost & Söhne als Inhaber beziehungsweise Anmelder.

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Die Firma aus Porta Westfalica in Nordrhein-Westfalen an der niedersächsischen Grenze gibt es aber schon lange nicht mehr. 1994 wurde Rost und Söhne mit Grohe fusioniert – heute einer der größten Amaturenhersteller Europas und wiederum Teil eines noch größeren Konzerns aus Japan. Möglicherweise birgt das einen Hinweis auf den Ursprung von Strangfelds Reichtum.

Klospülungen und Spritzköpfe für Urinale

Denn der Ingenieur hat in den 1970er- und 1980er-Jahren für Rost und Söhne offenbar mehrere Vorrichtungen erfunden, die vielen Deutschen aus öffentlichen Toiletten vertraut sein dürften: Auf Strangfelds Konto gehen laut Depatis unter anderem sogenannte Klosettdruckspüler, wie sie bei Pissoirs lange üblich waren. Und auch einen Spritzkopf für Urinale hat er demnach erfunden, ebenso wie Selbstschlussventile für Klospülungen und weitere Toilettenausstattungen.

Weil es sich bei den Depatis-Einträgen um angemeldete Patente – zum Teil auch außerhalb Deutschlands und Europas – handelt, ist es aus Sicht von Kennern durchaus möglich, dass Strangfeld mit den Klospülungen Millionen verdient hat. Denn auch wenn er nie Inhaber oder Anmelder der Patente war, dürfte er bei vielen verkauften Vorrichtungen für Toiletten verdient haben.

Reich dank Erfindervergütung?

Der Clou: Auch wenn sie nicht Patentinhaber sind, bekommen Erfinder meist eine sogenannte Erfindervergütung. Deren Höhe richtet sich danach, wie viel Geld ein Unternehmen mit bestimmten Erfindungen, beispielsweise durch Lizenzvergaben, verdient. Mittels eines komplizierten Schlüssels fließt außerdem der Anteil einer Erfindung am Wert der verkauften Endprodukte ein.

Im Regelfall, das berichten Kenner der Materie, kommen so beim Erfinder nur sehr geringe Summen an. Doch angesichts der schieren Masse an weltweit verkauften Pissoirs könnte selbst ein Erfinderanteil im Promillebereich Strangfeld sehr reich gemacht haben. Und die wohl mit Klospülungen verdienten Millionen bekommt nun die AfD.

RND


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