Debatte über Feuerwerksverbot lässt den deutschen Marktführer kalt

  • Eine aktuelle Umfrage ergab, dass die Mehrheit der Deutschen für ein generelles Böllerverbot ist.
  • Viele Einzelhändler verzichten bereits auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern.
  • Marktführer Weco sieht seine Umsätze durch die Debatte nicht gefährdet.
Michèle Förster
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In vielen deutschen Städten herrscht zu Silvester in diesem Jahr bereits ein Böllerverbot. Nun verzichten auch immer mehr Einzelhändler wie Edeka, Rewe oder Hornbach auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern. Im nächsten Jahr wollen weitere Unternehmen nachziehen.

Den deutschen Marktführer lässt das jedoch kalt. Für den Werksverkauf des Herstellers Weco standen an diesem Samstag hunderte Menschen in der Kälte an. Und auch die Geschäfte mit den Einzelhändlern seien für das diesjährige Silvester längst in trockenen Tüchern.

Mehrheit der Deutschen für Feuerwerksverbot

Die Mehrheit der Bundesbürger findet ein Böllerverbot zu Silvester aus Umwelt- und Sicherheitsgründen sinnvoll. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) gaben 57 Prozent der Befragten an, ein Verbot zu befürworten.

Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) werden zum Jahreswechsel etwa 5000 Tonnen Feinstaub durch Feuerwerkskörper freigesetzt. Diese Menge entspricht fast 16 Prozent des jedes Jahr durch den Straßenverkehr entstehenden Feinstaubs.

Weco steht der Debatte um ein Feuerwerksverbot aus Gründen des Umweltschutzes kritisch gegenüber. Für das Unternehmen sei die Diskussion von „falschen Darstellungen, Vermischungen von relevanten Sachverhalten und ungeprüften Zahlen“ bestimmt , sagte Geschäftsführer Thomas Schreiber in den „Kieler Nachrichten“.

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Weco fürchtet die Ausbreitung von illegalem Feuerwerk

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Von einem bundesweiten Feuerwerksverbot, wie es beispielsweise in Dänemark schon länger üblich ist, hält auch Jörg Thiele nichts: „Ein generelles Verbot umzusetzen, weil einige wenige Chaoten jedes Jahr Feuerwerk missbrauchen, würde lediglich diejenigen bestrafen, die sich an alle Vorgaben halten und Feuerwerk zu seinem eigentlichen Zweck zünden – nämlich um mit Freude ins neue Jahr zu starten.“ Der Betriebsleiter des Kieler Werks vermutet, dass ein Verbot eher dazu beitragen würde, dass mehr illegale Feuerwerkskörper in Umlauf geraten.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) setzt sich seit einigen Jahren für ein Verbot des privaten Silvesterfeuerwerks ein. Für 98 der am stärksten mit Feinstaub belasteten Städte hat der Verband bereits Anträge gestellt.


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