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  • Dax-Kurs: Analysten warnen vor zu großer Sorglosigkeit der Anleger in Corona-Zeiten

Analysten warnen: Dax könnte nach Erholungsrally wieder Rückwärtsgang einlegen

  • Experten warnen weiter vor allzu großer Euphorie am deutschen Aktienmarkt.
  • Immerhin ist die Pandemie längst nicht ausgestanden.
  • Von einer gefährlichen Sorglosigkeit der Anleger angesichts umfangreicher Lockerungsmaßnahmen ist in Strategenkreisen die Rede.
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Frankfurt/Main. Am deutschen Aktienmarkt wird die Erholungsrally Experten zufolge in der kommenden Woche auf eine harte Probe gestellt. Nachdem sich der Leitindex Dax seit dem virusbedingten Crash-Tief Mitte März inzwischen wieder ordentlich nach oben vorgearbeitet hat, könnte das Börsenbarometer unter Druck geraten. Sie warnen vor allzu großer Leichtfertigkeit angesichts der noch längst nicht ausgestanden Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen. So war in den USA bereits die Arbeitslosigkeit im April und damit inmitten der Corona-Krise extrem angestiegen, und die Beschäftigung war mit Rekordtempo eingebrochen.

Am Freitag schloss der Dax 1,35 Prozent höher bei 10 904,48 Punkten, womit sich für den deutschen Leitindex im Wochenverlauf ein Plus von 0,39 Prozent ergibt.

Die Aktienstrategen der Landesbank Baden-Württemberg kommentierten: "Wir werten die aktuelle Rally als gefährliche Sorglosigkeit der Anleger und halten Gewinnmitnahmen für opportun." Das Corona-Schreckgespenst sei zuletzt etwas in den Hintergrund gedrängt worden und die Hoffnung auf eine rasche Rückkehr zur Normalität habe die öffentlichen Diskussionen geprägt. Damit seien die Corona-Krise und ihre massiven ökonomischen Verwerfungen untypisch schnell an den Aktienmärkten verarbeitet worden.

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Wirtschaftsdaten senden weiter klare Rezessionssignale

Die Experten der Weberbank halten zumindest eine gewisse Grundskepsis für angebracht. Die aktuellen Wirtschaftsdaten sendeten weiter klare Rezessionssignale. Insofern sei davon auszugehen, dass Analysten ihre Ertragserwartungen für die Unternehmen erneut senken werden und dies den Dax belasten könnte. “Eine Lehre aus der Finanzkrise vor zwölf Jahren ist, dass heftige Börsenturbulenzen längerfristig nachwirken, eben weil der Ausblick für die Gewinne für längere Zeit unsicher bleibt.” Den Investoren stehe vermutlich auch in der aktuellen Krise noch eine holprige Reise bevor.

Im Gegensatz zu diesem pessimistischen Szenario könnte der Dax in der neuen Woche aber auch wie zuletzt nur in einer recht engen Spanne zwischen etwa 10.000 und 11.000 Punkte pendeln. Diese Auffassung vertritt Robert Greil, der Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers: “Die laufende Konsolidierung ist gesund.” Sollten weitere Lockdown-Maßnahmen aufgehoben werden und eine neue Infektionswelle ausbleiben, dann gebe es gute Chancen für einen anschließenden Ausbruch nach oben.

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Lockerungsmaßnahmen sind “Kraftfutter für die Aktienmärkte”

Davon abgesehen profitierten die Aktienmärkte weiterhin von der beispiellosen Liquiditätsschwemme der Notenbanken, rief der Baader-Bank-Chefanalyst Robert Halver in Erinnerung. "Wegen der weltweit verheerenden Konjunkturdaten werden immer mehr Lockerungsmaßnahmen ergriffen. Das ist Kraftfutter für die Aktienmärkte."

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Auch Helaba-Expertin Windt zeigte sich überzeugt, dass sowohl die Geld- als auch die Fiskalpolitik als Krisenmanager gebraucht werden. Einmal mehr belegen dürften dies in der neuen Woche insbesondere die Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten: "Aus den USA stehen mit der Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen harte Daten für den Stillstandmonat April an." Im Euroraum und in Deutschland sei der erwartete Rückgang des Bruttoinlandprodukts im ersten Quartal lediglich die Vorhut für das, was da noch komme. Veröffentlicht werden all diese Konjunkturnachrichten am Freitag.

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Daneben geht die Berichtsaison der Unternehmen in eine neue Runde. Besonders dicht gepackt ist die Agenda am Dienstag und Mittwoch sowie am Donnerstag. Dann öffnen mit der Deutschen Telekom, dem Spezialchemie- und Pharmakonzern Merck, dem Versorger RWE und dem Zahlungsdienstleister Wirecard gleich vier Unternehmen aus dem Dax ihre Bücher.

RND/dpa

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