Lufthansa-Papiere verlieren weiter an Wert

  • Die Nachricht, dass bei der Fluggesellschaft 22.000 Stellen wegfallen sollen, verunsichert Anleger.
  • Die Papiere der Lufthansa geben zeitweise bis zu 12 Prozent nach.
  • Aber auch der Dax befindet sich im Abwärtstrend.
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Die Kursrallye am deutschen Aktienmarkt ist vorbei: Bis zum Mittag büßte der Deutsche Leitindex Dax fast 3 Prozent ein und fiel auf 12.175 Punkte. Schon die vergangenen beiden Tage hatte der Dax im Minus beendet, nachdem er bis Montag in nur elf Tagen ohne größeren Stopp zeitweise um fast 19 Prozent auf 12.913 Punkte nach oben geklettert war. Damit hatte er sich seinem Rekordhoch aus dem Februar von 13.795 Punkten auf weniger als 7 Prozent angenähert. Inzwischen scheint die Euphorie aber verflogen zu sein.

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Lufthansa: Fast jeder fünfte Job in Gefahr
1:35 min
Die hart von der Corona-Krise getroffene Lufthansa muss tiefe Einschnitte bei den Personalkosten vornehmen.  © Reuters

Besonders schlecht sieht es bei der Lufthansa aus, die formal noch bis zum 22. Juni im Dax gelistet wird. Infolge der Corona-Pandemie war der Flugverkehr fast komplett zum Erliegen gekommen, der Staat muss die Fluggesellschaft mit neun Milliarden Euro stützen.

Die Anleger hatten vielleicht gehofft, dass es das erst mal war mit den schlechten Nachrichten. Heute kam dann aber noch mal der Hammer: Die Lufthansa muss wohl langfristig auf 22.000 Vollzeitstellen verzichten. Damit will das Unternehmen die Personalkosten auf ein bezahlbares Maß drücken. Börsianer reagierten verschreckt. Die Papiere verloren zeitweise bis zu 12 Prozent, am Mittag lag das Minus noch bei knapp 7 Prozent.

Aber auch andere Reise- und Tourismuswerte mussten am Donnerstag Federn lassen. Im M-Dax rutschten etwa die Anteile des Flughafenbetreibers Fraport bis zum Mittag um mehr als 6 Prozent ab.

Die Europcar-Aktien gaben fast 12 Prozent nach. Seit Jahresbeginn haben die Papiere des Autovermieters damit fast die Hälfte an Wert eingebüßt. Wenn weniger Menschen verreisen, leihen sich eben auch weniger einen Mietwagen am Zielort. Die Experten der Ratingagentur Moody’s kappten am Mittwochabend dann auch ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit von B2 auf auf Caa1. “Die heutige Ratingveränderung spiegelt die längerfristigen Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Nachfrage nach Mietwagen wider, die dazu führt, dass die Kreditrahmenbedingungen und die Einnahmen mindestens das Jahr 2021 hindurch schwach bleiben werden”, erklärt Analyst Eric Kang.

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