Das Tabakwerbeverbot – reine Symbolpolitik

  • Bis 2024 soll Tabakwerbung von Deutschlands Plakatwänden sowie aus Zeitschriften und Kinosälen verschwinden.
  • Das klingt zunächst einmal nach einer positiven Nachricht.
  • In Wahrheit ist das Werbeverbot aber nichts weiter als Etikettenschwindel, meint Daniel Killy.
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Das Werbeverbot für Tabak kommt – wenn auch häppchenweise. Bis 2024 soll bundesweit Schluss sein mit den verführerischen Angeboten von Freiheit und Abenteuer, die bekanntlich häufig in Sucht und Krankheit – wenn nicht gar Tod – münden. Sehr gut, ist da der erste Reflex. Doch auf den zweiten Blick entlarvt sich das Werbeverbot als klassische Symbolpolitik.

Denn Millionen von Rauchern lassen sich von den seit Jahren verpflichtenden Horrorbildern auf den Zigarettenpackungen nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Eine ganze Industrie ist entstanden, die neutrale Hüllen für Zigarettenschachteln anbietet. Die stülpt man dann über die Sterbebilder auf den Packungen – und schwups ist das Problem weg, weil man es nicht mehr sieht. Es wird auch ohne Kino- und Plakatwerbung weitergequalmt werden im Land. Und vor allem wird der Staat, der das großflächige Werbeverbot befürwortet, weiter fleißig mitkassieren bei jedem Raucher. Denn auf die Tabaksteuer zu verzichten – das kommt nicht infrage. So freut sich der Fiskus weiter über den blauen Dunst. Man muss nur konzentriert genug wegschauen.

“Staat, Sex, Amen”
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