Danske Bank soll 200 Milliarden Euro gewaschen haben

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Danske Bank belastet das Geldhaus schwer. Howard Wilkinson behauptet, dass die Bank seine Hinweise zu internen Geldwäscheprozessen ignorierte und sein Schweigen erkaufen wollte.

Anzeige
Anzeige

Kopenhagen. Ein Whistleblower hat der dänischen Danske Bank vorgeworfen, zu langsam auf Geldwäschevorwürfe reagiert zu haben. Howard Wilkinson sagte am Montag bei einer Anhörung im dänischen Parlament, das Institut habe seine Warnungen bewusst ignoriert, dass Geld über die estnische Tochter der Danske Bank gewaschen werde.

„Ein großer Rauchmelder schlug an“, sagte Wilkinson. „Aber die Bank hat aktiv versucht, den Alarm auszuschalten.“ Er habe vier Berichte zu den Vorwürfen geschrieben. Die dänische Finanzaufsicht habe erst neun Jahre nach seinen ersten Hinweisen reagiert. Sogar Schweigegeld sei ihm von der Bank angeboten worden.

Der Leiter der Finanzaufsicht, Jesper Berg, räumte ein, die Ermittlungen hätten tatsächlich erst nach einem Bericht der Tageszeitung „Berlingske“ im Februar begonnen.

Anzeige

200 Milliarden Euro „verdächtig“

Die Zeitung hatte über einen internen Bericht der Danske Bank berichtet, wonach zwischen 2007 und 2015 Geldströme im Umfang von etwa 200 Milliarden Euro als verdächtig aufgefallen seien. In Medienberichten wurde vermutet, das Geld stamme teilweise von Familienangehörigen des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Whistleblower soll vor EU-Parlament aussagen

Im April 2014 sei ihm klar geworden, dass das Geldhaus keine Absicht habe, irgendetwas gegen die Geldwäsche zu unternehmen. In zwei Tagen soll der Brite, der von 2007 bis 2014 das Handelsgeschäft der Danske Bank im Baltikum leitete, vor dem Sonderausschuss des EU-Parlaments zur Finanzkriminalität aussagen.

Von RND/tap/ka

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen