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Cryptocalypse: Bitcoin und weitere Kryptowährungen verlieren massiv an Wert

  • Fast alle bekannten Kryptowährungen haben am Mittwoch innerhalb kürzester Zeit massive Kurseinbrüche verzeichnet.
  • Am Nachmittag hatte der Bitcoin zweistellig an Wert verloren, bei anderen Cyberdevisen sah es noch schlimmer aus.
  • Offenbar hat eine Ankündigung der chinesischen Notenbank Anlegerinnen und Anleger weltweit verunsichert.
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Monat um Monat kannte der Bitcoin-Kurs in den vergangenen zwei Jahren nur eine Richtung: Aufwärts. Nun hat die beliebteste Kryptowährung am Mittwoch zwischenzeitlich fast 25 Prozent an Wert verloren – offenbar wegen einer Erklärung der chinesischen Notenbank. Die hatte Chinas Finanzinstituten vor Geschäften im Zusammenhang mit Kryptowährungen gewarnt und dabei Rückendeckung von chinesischen Banken bekommen.

Seitdem purzeln die Kurse für die digitalen Devisen: Der Bitcoin notierte am Mittwochnachmittag bei etwa 37.000 Dollar (etwa 30.000 Euro) je digitaler Münze. Am Tag zuvor waren es noch knapp 43.000 Dollar gewesen, im April gar 65.000. Betroffen sind auch andere Kryptowährungen. Ethereum verlor bis Mittwochnachmittag 27,5 Prozent seines Werts. Auch alle anderen bekannteren Kryptowährungen büßten zwischen gut 14 (Dogecoin) und gut 36 Prozent (Bitcoin Cash) an Wert ein, nur Tether blieb bislang stabil.

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Crash von Bitcoin & Co.: Experte erklärt Hintergründe zum Absturz der Kryptowährung
3:18 min
Der Bitcoin und auch andere Kryptowährungen haben einen heftigen Rückschlag erlebt. Experte Philipp Sandner analysiert den Crash - gibt aber Entwarnung.  © RND
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Bitcoin droht Kursverlust auf Monatssicht

Längst geht in sozialen Medien die Angst vor der Cryptocalypse um. Denn mit einem Wert von nun mehr etwa 35.000 Dollar pro Bitcoin rückt die psychologisch wichtige 30.000er Marke wieder in den Blick. Zudem droht die aktuelle Kursflaute dem Bitcoin zum ersten Mal seit November 2018 einen Kursverlust auf Monatssicht einzubrocken.

Greift China gegen Bitcoin und Co durch?

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Dabei ist die chinesische Skepsis gegenüber Bitcoin und Co. keineswegs neu. China treibt mit dem E-Yuan schon länger die Entwicklung einer eigenen, staatlich gesteuerten Digitalwährung voran. Die freien Kryptowährungen sind aus Sicht der Notenbank Peoples Bank of China (PBOC) wenn überhaupt als Geldanlage geeignet, als Zahlungsmittel kommen sie in China nicht in Frage. Schon seit Jahren ist der Betrieb von Tauschbörsen für Kryptowährungen in China eigentlich tabu.

Doch am Dienstag hat die PBOC ihre Warnungen vor Kryptowährungen erneuert. Am Mittwoch bekam sie laut „Spiegel“ Rückendeckung von drei großen chinesischen Bankenverbänden. Diese warnten demnach Investoren vor Geschäften mit den Kryptowährungen. Auch riefen sie auf, diese nicht als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Spekulationen rund um das digitale Geld hätten hingegen sprunghaft zugenommen. Das alles schade insgesamt der Sicherheit der Güterversorgung und bringe das weltwirtschaftliche Gefüge durcheinander, warnten die Bankenverbände.

Tauschbörsen teilweise ausgefallen

Zuletzt standen Digitalwährungen wie der Bitcoin ohnehin unter Druck. Der US-Elektroautokonzern Tesla etwa hatte angekündigt, zukünftig doch lieber keine Zahlungen per Bitcoin anzunehmen, unter anderem mit Verweis auf die Umweltbelastungen, die diese verursachten. Tesla-Chef Elon Musk hatte zudem auf Twitter Spekulationen befeuert, denen zufolge sich Tesla von seinen zuletzt gekauften Bitcoins wieder trennen wolle.

Das dürfte momentan vielen Kleinanlegerinnen und Kleinanlegern schwer fallen: Seit die Kurse der Digitalwährungen am Mittwoch abstürzten, sind zahlreiche Tauschbörsen nicht mehr oder nur eingeschränkt erreichbar. „Unsere Teams arbeiten daran, die Probleme zu beheben“, teilte etwa das börsennotierte Unternehmen Coinbase auf Twitter mit. „Einlagen bei Coinbase sind sicher“, hieß es dort zugleich.

Wie geht es weiter?

Wie es langfristig mit den Kryptowährungen weiter geht, ist indes ungewiss. In der Vergangenheit hatten sie nicht zuletzt von massiven Vertrauensvorschüssen von Anlegern profitiert, mancher schloss noch im April eine weitere Verzehnfachung des Bitcoin-Kurses nicht aus. „Warten Sie mal ein paar Monate ab“, riet auch am Mittwoch noch Philipp Sandner vom Blockchain-Center der Frankfurt School of Finance gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Das Argument von Sandner: Der Bitcoinkurs möge zwar schwanken. Aber spätestens wenn -wie derzeit oft befürchtet- die Inflation steige, könnten die Kryptowährungen ihm zufolge ein Comeback feiern.

Das hätten sie allerdings auch dringend nötig: Laut Manager Magazin haben Bitcoin und Co innerhalb der vergangenen Woche insgesamt etwa 800 Milliarden Dollar Wertverlust angehäuft. Statt 2,5 Billionen Dollar sind die insgesamt 9900 Digitalwährungen weltweit demnach nur noch etwa 1,7 Billionen Dollar wert.

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