Coronavirus: Südkorea meldet erneut weniger Neuinfektionen

  • Keine geschlossenen Grenzen, aber sehr viel Technologie: Südkorea meldet im Kampf gegen das Coronavirus weitere Erfolge.
  • Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt mittlerweile bei weniger als 100 Personen.
  • Und das, obwohl das Land insgesamt noch mehr Fälle als etwa Deutschland verzeichnet.
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Seoul. Die Zahl der täglich erfassten Corona-Infektionen in Südkorea ist zum ersten Mal seit mehr als drei Wochen auf unter 100 zurückgegangen. Am Samstag seien 76 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Damit ist es dem demokratischen Staat offenbar gelungen, das Ruder in der Virus-Krise herum zu reißen. Denn noch vor wenigen Wochen verzeichnete Südkorea einen rasanten Anstieg der Fallzahlen.

Die sind nicht aus der Welt: Die Gesamtzahl der Menschen in dem Land, die sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben, erreichte zuletzt 8162. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus lag bei 75.

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In Frankreich aber waren die Menschen am Sonntag aufgerufen, an den Kommunalwahlen teilzunehmen.  © Reuters

Trotzdem sinkt die Zahl der Neuerkrankten kontinuierlich - obwohl das Land auf drastische Maßnahmen wie Ausgangssperren verzichtet hat. Stattdessen aktivierte Südkorea einen Krisenplan, den sich das Land wie andere asiatische Staaten auch nach den SARS- und MERS-Epidimien 2003 und 2015 zugelegt hatte.

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Keine Ausgangssperren

Der sah vor allem vor, weite Teile der Bevölkerung auf das Coronavirus zu testen. Unter anderem richtete Südkorea frühzeitig sogenannte Drive-Through-Teststationen ein. Zuletzt galt Südkorea aufgrund der hohen Zahl an Tests als eines der Länder, deren Coronavirus-Statistiken besonders aussagekräftig waren.

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Hinzu kamen Hotlines und eine App, die über Infektionsherde in der Nähe informiert. Zugleich begannen die Koreaner, flächendeckend Fieberthermometer einzusetzen - und jegliche auffällige Person nach Hause zu schicken. Auch setzten die Behörden massenweise Desinfektionsmittel ein - an öffentlichen Plätzen sowie in Spendern in Büros und Institutionen.

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Großveranstaltungen wurden zudem abgesagt, viele Koreaner wechselten außerdem ins Homeoffice. Appellen ihrer Regierung folgend schränkten die Südkoreaner ihre sozialen Aktivitäten ein. Punktuell griff die Regierung durch, stellte etwa Wohnblöcke mit auffällig vielen Erkrankten unter Quarantäne. Ebenso wertete Südkorea einem Bericht des Handelsblatt zufolge Metadaten von Handys aus, um Kontaktpersonen von Corona-Infizierten ausfindig zu machen.

Regierung sorgt sich um lokale Infektionsherde

Die aktuellen Fallzahlen bestätigen nun den Abwärtstrend bei den Neuerkrankungen in den vergangenen Tagen. Sorgen bereiten den Behörden jedoch weiter kleinere lokale Häufungen von Ansteckungen.

Jüngst erklärte Präsident Moon Jae In die am stärksten betroffenen Regionen im Südosten zu “Sonderkatastrophenzonen”. Diese Zonen umfassen nach Angaben des Präsidialamts in Seoul die Millionen-Stadt Daegu, deren Nachbarstadt Gyeongsan sowie die Kreise Cheongdo und Bonghwa. Damit haben die betroffenen Menschen und Gemeinden Anspruch auf staatliche Hilfsgelder.

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Grenzen bleiben offen

Mehr als 80 Prozent aller bisher bestätigten Infektionen entfallen auf Daegu und die umliegende Region. Auch konzentriert sich die Mehrheit der neu erfassten Fälle wieder auf die Region. Mehr als 60 Prozent aller Infektionen entfallen auf Anhänger der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu, die in Daegu stark vertreten ist und auch Verbindungen nach China hat.

Auch dehnte Südkorea seine verstärkten Einreisekontrollen zur Identifizierung erkrankter Reisender auf Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande und Spanien aus. Die Einreiseformalitäten erfolgen nach Angaben der deutschen Botschaft seit Sonntag am Flughafen in einer gesonderten Ankunftshalle. Derzeit müssen die Besucher unter anderem einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, eine Aufenthaltsadresse in Südkorea und Kontaktmöglichkeiten angeben.

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RND/dpa/hö

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