Aktien, Gold, Öl: Das Coronavirus versetzt die Märkte in Aufruhr

  • International wächst die Sorge vor der Verbreitung des Coronavirus.
  • Die Unsicherheit greift auch auf die Märkte über: Der Dax ist zu Wochenbeginn tief ins Minus gerutscht, auch die Ölpreise gaben nach.
  • Anleger gehen derzeit auf Nummer sicher - und investieren in Gold.
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Hannover. Wie stark trifft das Coronavirus die globale Wirtschaft? Zumindest zu Wochenbeginn zeigen sich die Märkte beunruhigt. Die Angst vor den ökonomischen Folgen der Virus-Krise hat den deutschen Aktienindex am Montag tief ins Minus gedrückt. Der Dax sackte in den ersten Handelsminuten um 2,62 Prozent auf 13.222,97 Punkte ab. Auch der MDax, der die mittelgroßen deutschen Unternehmenswerte abbildet, knickte um 2,96 Prozent auf 28.126,01 Punkte ein.

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist spürbar gestiegen. Unter Druck geriet am Montag auch der Ölpreis. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 57,13 US-Dollar. Das waren 1,37 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 1,16 Dollar auf 52,22 Dollar.

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Coronavirus-Angst schickt Dax auf Talfahrt – besonders für Flugunternehmen
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Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie setzte den Dax zu Wochenbeginn stark unter Druck.  © Reuters

Coronavirus: Angst vor Ausbruch in Europa beunruhigt Händler

Zuletzt sorgten vor allem steigende Virus-Infektionszahlen in Südkorea und Italien für Aufsehen. In China stieg die Zahl der Toten durch das Virus sprunghaft an, und auch Südkorea ist zunehmend betroffen. Sorgen bereitet den Investoren ebenfalls der erste größere Ausbruch des Covid-19 genannten Virus in Europa: So stieg die Anzahl der Infizierten in Italien übers Wochenende deutlich. „Spätestens nach den Entwicklungen über das Wochenende in Sachen Coronavirus dürfte auch dem letzten Anleger klar geworden sein, dass es zu früh war, das Thema abzuhaken und die negativen wirtschaftlichen Effekte als eingegrenzt und vernachlässigbar zu erachten“, schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader.

Die Börsen in Asien - vor allem in Südkorea - zeigten zu Wochenbeginn deutlich nach unten. Damit geht die Befürchtung einer schwächeren Weltwirtschaft mit sinkendem Erdölverbrauch einher - was wiederum fallende Preise erklärt. Das Ölkartell Opec gerät so zunehmend unter Druck. Bisher waren die Erdölpreise im Februar gestiegen, nachdem sie seit Jahresbeginn wegen der Virus-Krise in China deutlich gefallen waren. Die Opec-Staaten treffen sich Anfang März mit anderen großen Ölproduzenten, um über ihre Förderpolitik zu beraten. Eine zusätzliche Verringerung der bereits gedeckelten Förderung gilt als Option. Für Autofahrer könnte das steigende Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen bedeuten.

Gold-Preis erklimmt 7-Jahreshoch

Wie groß die Unsicherheit an dem Märkten ist, zeigt die Entwicklung des Goldpreises. Anleger sehen das Edelmetall als sicheren Hafen. Am Montag stieg der Goldpreis auf einen neuen siebenjährigen Höchststand. In der Spitze wurden für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) 1679 US-Dollar gezahlt. Das ist der höchste Stand seit Februar 2013. In Euro wurde ein neuer Rekordstand von 1550 Euro erreicht.

Gold: ETFs sind gefragt - und lassen Anleger am Wertzuwachs teilhaben

Die Ausbreitung des Coronavirus sorgt schon seit einiger Zeit für einen starken Zulauf in Goldanlagen. Laut Fachleuten sind vor allem Indexfonds gefragt, die mit physischem Gold gedeckt sind (ETFs). Zuletzt habe vor allem die fortschreitende internationale Verbreitung des Virus Sorgen hervorgerufen, hieß es am Markt. Betroffen sind außerhalb Chinas vor allem Südkorea und Iran, in Europa insbesondere Italien. Gold gilt traditionell als Absicherung in ungewissen Zeiten.

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RND/fh/dpa

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